Türkei erzürnt über Armenien-Resolution

Politik / 30.10.2019 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Erdogan sprach von der „größten Beleidigung unseres Volkes“. AP
Erdogan sprach von der „größten Beleidigung unseres Volkes“. AP

Neue Spannungen zwischen USA und Türkei.

ankara, washington Die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch das US-Repräsentantenhaus hat zu neuen Spannungen zwischen den USA und der Türkei geführt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reagierte am Mittwoch erbost und sagte in einer Rede in Ankara, der Beschluss sei die „größte Beleidigung unseres Volkes“. Der Schritt habe keinen Wert und werde von der Türkei nicht anerkannt. Die Türkei bestellte zudem den US-Botschafter David Satterfield ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Auch ein Treffen von Erdogan und US-Präsident Donald Trump steht womöglich auf der Kippe.

Das US-Repräsentantenhaus hatte am Dienstag eine Resolution verabschiedet, in der es heißt, die USA würden den Völkermord an den Armeniern anerkennen und die Tötung von 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich verurteilen. Demokraten und Republikaner stimmten mit überwältigender Mehrheit für den Beschluss – und das in einer Zeit, in der sich die beiden politischen Lager mit Blick auf das mögliche Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump eigentlich unversöhnlicher denn je gegenüberstehen.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkriegs ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück. Während des Ersten Weltkrieges waren Armenier systematisch verfolgt worden und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend.