Neue Liederbuch-Affäre belastet FPÖ

Politik / 01.11.2019 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Freiheitliche stellen sich hinter Abgeordneten.

graz Die FPÖ ist durch ein Liederbuch mit antisemitischen und neonazistischen Texten in Bedrängnis geraten. Trotz Rücktrittsforderungen stellten sich die Freiheitlichen hinter ihren Nationalratsabgeordneten Wolfgang Zanger, der Mitglied der betroffenen Verbindung „Pennales Corps Austria zu Knittelfeld“ ist. Das Liederbuch war der „Kronen Zeitung“ zugespielt worden. Es dürfte als Geschenk der Burschenschaft „Cheruskia“ weitergegeben worden sein. Ein Exemplar landete auch bei Zanger zu Hause. Bei der Burschenschaft soll das Liederbuch nicht mehr aufliegen. Das Werk enthält unter anderem Textzeilen wie „Heil Hitler, ihr alten Germanen, ich bin der Tacitus“, und Beleidigungen der jüdischen Bankiers-Familie Rothschild. Am Freitag forderte auch die ÖVP Zangers Rücktritt. Die „Krone“ berichtete zudem, dass das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in der Steiermark Erhebungen eingeleitet hat. Es wird gegen unbekannte Personen wegen Verdachts des Verbrechens nach dem Verbotsgesetz ermittelt. Im Vorjahr war bereits ein Liederbuch aus der Burschenschaft des FPÖ-Politikers Udo Landbauer an die Öffentlichkeit gekommen und hatte dessen Karriere zwischenzeitlich gebremst.