FPÖ verteidigt Zanger

Politik / 03.11.2019 • 22:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kunasek und Hofer (v.l.) stellten sich hinter den Abgeordneten.  APA
Kunasek und Hofer (v.l.) stellten sich hinter den Abgeordneten.  APA

Liederbuch-Affäre: Hofer will keine Konsequenzen ziehen.

wien FPÖ-Chef Norbert Hofer sieht in der Liederbuch-Affäre keinen Grund, den steirischen FPÖ-Abgeordneten Wolfgang Zanger aus der Partei zu werfen. Der Inhalt des Liederbuchs sei „vulgärer und gefährlicher Müll“, aber man dürfe „einen Politiker nicht einfach in eine Nazi-Diskussion verwickeln, nur weil er vor 14 Jahren ein Buch geschenkt bekommen hat“, sagte Hofer in der „Krone“ am Sonntag. Und auch der steirische FPÖ-Chef Mario Kunasek hält an seinem Landsmann fest. Zanger rechtfertigte sich damit, dass er „die Geschmacklosigkeit“ einiger Textpassagen  entdeckt habe und sich deshalb dazu entschlossen habe, „dieses Buch nicht zu verwenden, sondern es als zeithistorisches Dokument zu archivieren“.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Oskar Deutsch, forderte indes Hofers Rücktritt als Nationalratspräsident. Hofer habe sich „disqualifiziert und muss umgehend von seinem Amt zurücktreten“. Die FPÖ wies das zurück. Das Liederbuch war der „Kronen Zeitung“ zugespielt worden. Zanger ist Mitglied der betroffenen Verbindung „Pennales Corps Austria zu Knittelfeld“, und hat nach eigenen Angaben auch ein Buch zu Hause. Das Werk enthält Textzeilen wie „Heil Hitler, ihr alten Germanen, ich bin der Tacitus“ und Beleidigungen der jüdischen Bankiers-Familie Rothschild.