Steigt Bloomberg in US-Präsidentschaftswahlkampf ein?

Politik / 08.11.2019 • 15:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg erwägt offenbar, für die Demokraten ins Rennen um das Weiße Haus zu gehen. Dazu müsste der 77 Jahre alte Milliardär aber zunächst die umkämpften internen Vorwahlen der Demokraten gewinnen. US-Medien rechnen mit Bloombergs Ankündigung innerhalb von wenigen Tagen.

Bloomberg sei zunehmend besorgt, dass das aktuelle Bewerberfeld der Demokraten es nicht mit Präsident Donald Trump aufnehmen könne, zitierten „New York Times“ und andere US-Medien Bloombergs engen Berater Howard Wolfson. Trump stelle eine „noch nie da gewesene Bedrohung“ für die USA dar. „Wenn Mike (Bloomberg) antritt, würde er den Demokraten eine neue Wahl bieten“, sagte Wolfson demnach weiter. Bloomberg gilt als einer der reichsten Männer der Welt und könnte erhebliche finanzielle Mittel in einen Wahlkampf einbringen.

Bloomberg und dessen Berater sollen bereits mehrere prominente Vertreter der Demokraten kontaktiert haben, um ihnen mitzuteilen, dass der Medienunternehmer ernsthaft erwäge, zu kandidieren, hieß es. Demnach soll Bloomberg außerdem Mitarbeiter in den US-Staat Alabama geschickt haben, um die nötigen Formalitäten zu erledigen. Dort läuft an diesem Freitag eine Anmeldefrist für Bewerber aus.

Dem Vernehmen nach würde Bloomberg für den Wahlkampf keine Spenden annehmen wollen, sondern alle Ausgaben selbst tragen. Selbst falls ihn das eine Milliarde kosten sollte, hätte er dem Magazin „Forbes“ zufolge noch rund 50 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante. Bloomberg war bisher ein wichtiger Spender für die Demokraten.

Der Milliardär gilt als moderater Demokrat, der sich unter anderem für strengere Waffengesetze und den Kampf gegen den Klimawandel stark macht. Anfang des Jahres hatte er Berichten zufolge bewusst auf eine Kandidatur verzichtet, um dem aussichtsreichen moderaten früheren Vizepräsidenten Joe Biden nicht in den Weg zu kommen.

Biden (76) machte jedoch zuletzt keine besonders gute Figur, weswegen vor allem die linke Senatorin Elizabeth Warren (70) an Boden gewann. Warren machte gerade mit dem Vorschlag einer Milliardärssteuer von sich Reden. „Willkommen im Rennen“, schrieb sie auf Twitter an Bloomberg gerichtet und fügte einen Link zu ihren Steuerplänen ein.

Bloomberg hatte noch im März eine Kandidatur ausgeschlossen. „Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen“, hieß es in einer damals verbreiteten Stellungnahme. „Aber ich habe einen klaren Blick dafür, dass es schwierig ist, in einem solch großen Feld der Demokraten die Nominierung zu schaffen.“ Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Wahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar.