Reaktionen zur Volksabstimmung in Ludesch: Das sagen die Firma Rauch und die Grünen

Politik / 10.11.2019 • 15:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
RAUCH

Rauch bedauert Entscheidung. Keine konkreten Planungen für ein Ersatzprojekt. Grüne bejubeln Ergebnis.

Ludesch Nachdem sich die Mehrheit der Ludescher gegen die Erweiterungspläne von Rauch und Ball entschieden haben, meldete sich das Unternehmen mit einer aktuellen Stellungnahme zu Wort. “ Wir, die Unternehmen Rauch, Ball und Red Bull bedanken uns für die vielen guten Gespräche, das Engagement in der Informationsphase und die hohe Beteiligung der Ludescherinnen und Ludescher an der heutigen Volksabstimmung. Wir nehmen das demokratische Ergebnis der Volksabstimmung zur Kenntnis. Es tut uns sehr leid, dass dieses Projekt, welches sich für Ludesch und die Bevölkerung sicher positiv ausgewirkt hätte, nicht realisiert werden kann. Die weitere Vorgangsweise wird nun mit den Projektpartnern besprochen. Derzeit gibt es noch keine konkrete Planung für ein Ersatzprojekt“, hieß es unmittelbar nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses.

Freude über Nein der Bevölkerung

Eine erste Reaktion gibt es auch von den Grünen. „Ich freue mich sehr über dieses historische Votum für den Erhalt der Landesgrünzone. Das unterstreicht ihren unschätzbaren Wert als Quelle regionaler Lebensmittel und Naherholungsgebiet. Betriebserweiterungen, die ohne jegliche Kompensation vorangetrieben werden, haben heute einen herben Bremser bekommen. Letzten Endes ist das Ergebnis die Rechnung für die Verweigerung eines Dialogs mit den Umweltorganisationen und der betroffenen Bevölkerung“, so Nina Tomaselli in einer ersten Stellungnahme.

„Ja, die Grundstücke im Ludescher Neugut sollen Freiflächen für die Landwirtschaft bleiben! Das ist ein eindeutiges Bekenntnis der Menschen in Ludesch für Klima- und Umweltschutz“, betont Bernie Weber, grüner Abgeordneter im Vorarlberger Landtag. Das Ergebnis der Volksabstimmung zur Betriebserweiterung der Firma Rauch/Ball, am 10. November 2019, spricht sich, mit 56,2 Prozent, für die Beibehaltung der Landesgrünzone aus.

„Es ist uns Grüne ein großes Anliegen, die Landesgrünzone zu erhalten. Und daher gratulieren wir der Bürgerinitiative Ludesch, die diese Volksabstimmung initiiert hat“, so Weber. Die Landesgrünzone ist eine Vorarlberger Besonderheit: sie ist gelebter Naturschutz, Quelle regionaler Lebensmittel und beste Voraussetzung für sauberes Grundwasser.

Wie es nun, nach der Volksabstimmung, weitergeht, sei derzeit noch unklar. „Eben für derartig komplexe Entscheidungen haben wir Grüne einen Strategiedialog zwischen Umwelt und Wirtschaft, nach dem Vorbild Baden-Württembergs, vorgesehen. Durch Miteinbeziehen der Unternehmen, Gemeinden sowie Wissenschaft und Zivilgesellschaft soll eine zufriedenstellende Lösung für alle erarbeitet werden“, so der grüne Wirtschaftssprecher Weber.

Ziel sei es, die Interessen von Umwelt und Wirtschaft zu vereinen. Man müsse in Vorarlberg eine gute Ausgangslage für familiengeführte Unternehmen, klare Spielregeln und gleichzeitig hohe Umweltstandards schaffen. „Umwelt und Wirtschaft können Hand in Hand gehen. Das haben Vorarlberger Unternehmen bereits zahlreich bewiesen. Und in diesem Sinne kann sich auch für die Entwicklung der Firma Rauch eine Lösung finden“, schließt Weber.