„Lehrer-Ranglisten auf Basis zweifelhafter Daten“

Politik / 17.11.2019 • 22:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dass Schüler ihre Lehrer in einer App bewerten können, ist umstritten.APA
Dass Schüler ihre Lehrer in einer App bewerten können, ist umstritten.APA

Wien Null von fünf Sternen. So bewertet die Vorarlberger Lehrerinitiative (VLI) und unabhängige Bildungsgewerkschaft jene neue App, in der Schüler ihren Pädagogen öffentlich Noten geben können. Statt Sehr gut bis Nicht genügend gibt es ein bis fünf Sterne.

Katharina Bachmann von der VLI hält nichts davon. „Einfach auf einen Stern zu klicken, reicht für eine glaubwürdige Bewertung nicht aus.“ Lehrervertreter Gerhard Pusnik kritisiert, dass Schüler ihr Feedback nicht beschreiben können. Vollkommen inakzeptabel sei auch, dass die bewerteten Lehrer und Schulen keine Möglichkeit zur Rückmeldung hätten.

Sowohl VLI als auch Gewerkschaft bemängeln, dass jeder – nicht nur Schüler – Sterne vergeben kann. Voraussetzung ist lediglich, ein Handy zu besitzen. Es bestehe die Gefahr von falschen Angaben, Mobbings und Eingriffen in Persönlichkeitsrechte. Auf Basis von zweifelhaften Daten ein Ranking der Schulen und Lehrer zu erstellen, sei unverantwortlich, sagt Pusnik.

Die Lehrervertreter halten fest, dass sich in Österreichs Schulen eine erfreuliche Feedbackkultur entwickelt habe. Was diese system-
internen Qualitätssicherungswerkzeuge noch nicht bieten würden, sei Transparenz, also eine zumindest partielle Öffentlichkeit und Plattform zum offenen Diskurs. Diesem wollen sich die Pädagogen nicht verschließen, denn Öffentlichkeit wäre wichtig, um Vertrauen zu schaffen, sagen sie. VN-ebi