Casinos beraten über Sidlos Abberufung

Politik / 20.11.2019 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Am 10. Dezember findet eine außerordentliche Hauptversammlung der Casinos-Aktionäre statt.REUTERS
Am 10. Dezember findet eine außerordentliche Hauptversammlung der Casinos-Aktionäre statt.REUTERS

Aktionärsversammlung im Dezember. Goldbarren-Fund bei FPÖ.

Wien Der Finanzvorstand der Casions Austria, Peter Sidlo, befindet sich seit September auf bezahltem Urlaub. Noch Anfang November war Casinos-Generaldirektorin Betinna Glatz-Kremser davon überzeugt, dass er im Dezember wieder im Unternehmen sein wird. Dann nämlich liege der Endbericht einer internen Untersuchung zur Bestellung des Freiheitlichen vor. Jetzt könnte alles anders kommen. Am 10. Dezember findet eine außerordentliche Hauptversammlung der Casinos-Aktionäre statt, deren einziger Tagesordnungspunkt es sei, Sidlo das Vertrauen zu entziehen, berichtet die am Unternehmen beteiligte Sazka-Gruppe. Sie sieht den Schritt als einzige Lösung. Sidlo war im Frühjahr im Aufsichtsrat mit den Stimmen von Novomatic und der Österreichischen Beteiligungs AG bestellt worden. Wegen der Frage, ob Novomatic dafür Glücksspiellizenzen in Aussicht gestellt wurden, ermittelt nun die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen elf Beschuldigte; darunter Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP). Es gilt die Unschuldsvermutung.

Laut einem Chatprotokoll, welches das von Peter Pilz gegründete Medium „Zackzack“ am Mittwoch veröffentlichte, war FPÖ-Chef Norbert Hofer über das Tauziehen um den Casinos-Finanzvorstand zumindest informiert. Hofers Sprecher wollte die Protokolle nicht kommentieren. Zuletzt hatte der FPÖ-Chef betont, in seiner Zeit als Verkehrsminister in die Causa nicht involviert gewesen zu sein.

Unterdessen berichtete das Nachrichtenmagazin „profil“, dass die FPÖ Wien in einem Osttiroler Bauernhaus mehrere Goldbarren gehortet habe. Das gehe aus den Ermittlungsakten in der Casinos-Causa hervor. Die FPÖ erklärte darauf, finanzielle Rücklagen in Form von Gold seien in Zeiten von Währungskrisen eine Frage der Vernunft.