Casinos-Affäre mit Fragen zu Deal und Eignung

Politik / 21.11.2019 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Über Sidlos Zukunft stimmen die Aktionäre der Casinos Austria am 10. Dezember ab.APA
Über Sidlos Zukunft stimmen die Aktionäre der Casinos Austria am 10. Dezember ab.APA

Auch ÖVP-Spitze soll in Akten namentlich erwähnt sein.

Wien Peter Sidlo sei nicht umfassend geeignet für den Job als Finanzvorstand bei den Casinos Austria. Das geht aus der Stellungnahme eines Personaldienstleisters für das teilstaatliche Unternehmen hervor. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft bezieht sich in ihrem Hausdurchsuchungsbefehl darauf.

Am 10. Dezember wollen sich die Aktionäre der Casions Austria mit der Frage beschäftigen, ob Sidlo haltbar ist. Die Sazka-Gruppe, Casinos-Miteigentümerin, sieht die Abberufung des Freiheitlichen als einzige Lösung. Die Österreichische Beteiligungs AG oder der Glücksspielkonzern Novomatic, die auch an den Casinos beteiligt sind, müssten seiner Ablöse allerdings zustimmen. Eine interne Untersuchung der Casinos Austria  könnte Sidlo noch entlasten, wie die „Presse“ ohne Quellenangabe schreibt. Die Neos wollen der Frage, ob der Freiheitliche für den Job geeignet ist, mittels parlamentarischer Anfrage an Finanzminister Eduard Müller auf den Grund gehen. „Nach dem Glücksspielgesetz hätte das Ministerium seine Eignung prüfen müssen“, hält Mandatar Gerald Loacker fest. Er will vom Finanzressort wissen, anhand welcher Belege unter anderem folgende Kriterien bei Sidlo geprüft worden sind: Vorbildung, erforderliche Erfahrung, Ausreichen der theoretischen und praktischen Kenntnisse und Leitungserfahrung.

Die Staatsanwälte vermuten, dass Sidlos Bestellung auf einen Deal zwischen Novomatic und der FPÖ zurückgehen könnte. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Gernot Blümel im Ermittlungsakt

Unterdessen wurde bekannt, dass im Ermittlungsakt auch die ÖVP-Spitze namentlich vorkommt. Chat-Protokolle, die das „profil“ veröffentlichte, legen nahe, dass Ex-Minister Gernot Blümel (ÖVP) 2018 anlässlich einer Diskussion um einen Casinos-Vorstandsumbau in Kontakt mit Novomatic-Chef Harald Neumann gestanden ist. Die ÖVP will sich dazu nicht äußern. Die Nachrichten hätten nichts mit dem angeblichen FPÖ-Deal zu tun.