Rote stecken tief in roten Zahlen

Politik / 26.11.2019 • 18:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Ich möchte die SPÖ auf gesunde Beine stellen“, sagt Parteichefin Rendi-Wagner. APA

Minus 14,9 Millionen Euro: Einem Viertel der SPÖ-Belegschaft droht die Kündigung.

Birgit Entner-Gerhold

Wien Pamela Rendi-Wagners Schultern haben ein ordentliches Gewicht zu tragen, seit sie die SPÖ vor einem Jahr übernommen hat. Damals habe sie einen Rucksack voller Steine erhalten. Welcher der schwerste ist, sagt sie nicht. Die Sozialdemokraten haben ihre Schlagkraft verloren, ein strukturelles Problem und außerdem hohe Schulden. Mit 14,9 Millionen Euro steht die SPÖ derzeit in der Kreide. Bis 2025 wollen die Roten schuldenfrei sein.

„Mit so einer Situation sind wir zum ersten Mal konfrontiert“, erklärte Rendi-Wagner am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Neben ihr saß Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch. Er erläuterte, wie die SPÖ schuldenfrei werden möchte. Die Beraterverträge werden evaluiert. Drei von sieben seien aufgelöst, weitere würden auslaufen. Die Partei will ihre Autos verkaufen. Mitarbeiter müssen gehen. 27 Kündigungen hat Deutsch beim AMS gemeldet. 

„Wir werden mit weniger Mitarbeitern mehr leisten müssen“, gesteht Rendi-Wagner und ergänzt, dass die SPÖ vergleichsweise viele Personen beschäftige. Fast ein Drittel der Parteieinnahmen flossen von 2014 bis 2017 in Personal. Bei der ÖVP hingegen war es ein knappes Viertel.

Derzeit hat die SPÖ 102 Mitarbeiter. Mit den Kündigungen will sie auf das Niveau von 2016 kommen (86 Mitarbeiter, 70 Vollzeitäquivalente). Indirekte Kritik gab es an Ex-Kanzler Christian Kern, der Personalaufstockungen veranlasst haben dürfte. Vergangenheitsbewältigung will Rendi-Wagner aber nicht betreiben. Sie wolle nur tun, was die Partei längst hätte tun sollen: die vielen Steine loswerden.