Mandatarin und Geldbotin für die FPÖ?

Politik / 29.11.2019 • 22:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kappel soll ausgesagt haben, dem FPÖ-Klub Bargeld gebracht zu haben.APA
Kappel soll ausgesagt haben, dem FPÖ-Klub Bargeld gebracht zu haben.APA

Aussage über mysteriöse Geldflüsse. Wiener FPÖ warnt vor Spaltung.

Wien Mysteriöse Geldflüsse beschäftigen die FPÖ. Ex-EU-Mandatarin Barbara Kappel soll vor Ermittlern ausgesagt haben, Geldbotin für die Partei gewesen zu sein, berichtet der „Kurier“. Ende 2018 habe sie in drei Tranchen insgesamt 55.000 Euro von einem bulgarischen Unternehmer übernommen und in den FPÖ-Parlamentsklub gebracht. Wer das Geld übernommen hat, geht nicht aus Kappels Aussage hervor. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte, dass es ein Verfahren zu der Causa gibt. Die FPÖ gibt an, dass keine Spende im Klub eingegangen sei. Kappel war von 2014 bis 2019 FPÖ-EU-Mandatarin, davor war sie im Wiener Gemeinderat.

Die Wiener FPÖ ist derzeit mit eigener Schadensbegrenzung beschäftigt. Sie will angesichts einer etwaigen Rückkehr von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache in den Landtag oder einer eigenen Strache-Liste bei der Wien-Wahl 2020 Spaltungsversuchen entgegenwirken, wie die blauen Mandatare und Bezirkschefs schriftlich festhalten. Nur einer hat nicht unterzeichnet: Der Wiener FPÖ-Abgeordnete Karl Baron. Er könnte derjenige sein, der Strache zu einem Comeback in das Wiener Stadtparlament verhilft. Würde er sein Mandat zurücklegen, könnte Strache nachrücken. Sollte der Ex-Obmann zwei FPÖ-Abgeordnete auf seine Seite ziehen, könnte er sogar einen eigenen Klub gründen. Baron hatte einen Mandatsverzicht dementiert.