Messerattentate in London und Den Haag

Politik / 29.11.2019 • 22:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Terror in London. Zum wiederholten Mal wurden in der britischen Hauptstadt unschuldige Menschen getötet. AFP
Terror in London. Zum wiederholten Mal wurden in der britischen Hauptstadt unschuldige Menschen getötet. AFP

Der Messerattentäter von London tötete zwei Menschen, er selber wurde von der Polizei erschossen.

London, Den Haag  Nahe der London Bridge starben am Freitagnachmittag zwei Passanten, als ein Angreifer am frühen Nachmittag zustach. Der mutmaßliche Angreifer wurde nach einer Rangelei mit Passanten von der Polizei erschossen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Es soll sich bei der Tat um einen Terrorakt handeln, hieß es von offizieller Seite.

Der Täter habe eine Bombenattrappe am Körper getragen, sagte der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, bei einer Pressekonferenz am Abend.

Johnson unterbrach Wahlkampf

Londons Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, es handle sich offensichtlich um einen einzelnen Täter und es werde nach niemandem mehr gesucht. Khan würdigte zudem den Mut von Bürgern, die den Angreifer entwaffnet hatten.

Auf einem Twitter-Video war zu sehen, wie mehrere Passanten auf dem Fußweg der Brücke mit einer am Boden liegenden Person ringen und dann von der Polizei weggeleitet werden. Kurz darauf fallen Schüsse. Premierminister Boris Johnson unterbrach seinen Wahlkampf und sagte, die Ermittlungen liefen. Alle in die Tat verwickelten Personen würden zur Rechenschaft gezogen.

Zahlreiche Rettungskräfte waren nach dem blutigen Angriff  im Einsatz. Die Brücke wurde von den Behörden gesperrt. Der Verkehr dort kam zum Erliegen. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie zahlreiche Menschen das Gebiet fluchtartig verließen. Gebäude rings um die über die Themse führende Brücke wurden evakuiert.

Suche nach Videos

Johnson sagte am Abend, aller Wahrscheinlichkeit sei die Lage unter Kontrolle. Großbritannien werde sich niemals von solchen Angriffen spalten oder einschüchtern lassen. Er fügte hinzu, ihm drängten sich Erinnerungen an Juni 2017 auf. Damals starben in der britischen Hauptstadt acht Menschen, nachdem Terroristen mit einem Transporter erst drei Menschen auf der London Bridge umgefahren und anschließend fünf weitere am Borough Market erstochen hatten.

Die Polizei rief Zeugen dazu auf, Hinweise und Videos vom Tathergang einzureichen. Offenbar hatten Passanten versucht, den Angreifer zu überwältigen. Einem BBC-Reporter zufolge, der am Tatort war, hatten mehrere Menschen versucht, einen Mann zu Boden zu drücken. Dann seien Schüsse gefallen.

Mehrere Videos, die in sozialen Medien kursierten, schienen diesen Hergang zu bestätigen. Zu sehen ist beispielsweise, wie Menschen auf der Brücke miteinander ringen. Ein Mann, der dem Angreifer offenbar ein Messer entwenden konnte, bringt es außer Reichweite. Ein drastisches Video zeigt, wie Polizisten auf einen Mann schießen, nachdem sie einen anderen in Sicherheit gebracht haben.

Eine Solidaritätsbekundung kam auch aus Washington. US-Präsident Donald Trump meldete sich zu Wort. „Die Vereinigten Staaten verurteilen alle schrecklichen Gewalttaten gegen unschuldige Menschen. Wir sagen unserem Verbündeten unsere volle Unterstützung zu.“

Messerangriff in Den Haag

Auch im Zentrum von Den Haag stach gegen Abend ein Mann mit einem Messer zu und verletzte dabei drei Menschen. Anschließend flüchtete er. Nach Informationen der niederländischen Nachrichtenagentur ANP gab es zunächst keine Anzeichen für ein terroristisches Motiv.

Die Polizei beschrieb den flüchtigen mutmaßlichen Täter als einen Mann von etwa 45 bis 50 Jahren mit schwarzem lockigem Haar und dunklerem Teint. Er trug demnach einen Schal und einen grauen Jogginganzug. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich außergewöhnlich viele Menschen auf der Straße.

„Großbritannien lässt sich von solchen Angriffen niemals spalten oder einschüchtern.“