Schlusslicht beim Krankenstand

Politik / 04.12.2019 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit 13,1 Tagen waren die Österreicher 2018 im Durchschnitt häufiger krank als im Jahr zuvor.DPA
Mit 13,1 Tagen waren die Österreicher 2018 im Durchschnitt häufiger krank als im Jahr zuvor.DPA

Vorarlberger liegen bei Fehlzeiten unter dem Österreich-Schnitt.

Wien Die Vorarlberger sind unterdurchschnittlich. Zumindest wenn es um die Anzahl ihrer Krankenstandstage geht. 2018 waren die Beschäftigten im Land durchschnittlich zwölf Tage krank. Mit 11,1 Tagen verbuchten nur die Salzburger weniger Fehlzeiten. Spitzenreiter sind weiterhin Nieder- und Oberösterreicher mit 14,4 beziehungsweise 13,8 Tagen. Das zeigt der aktuelle Fehlzeitreport des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) für den Hauptverband der Sozialversicherungsträger.

Psychische Erkrankunge stagniert

Mit 13,1 Tagen waren die Österreicher 2018 im Durchschnitt häufiger krank als im Jahr zuvor (12,5 Tage). Schuld sind vor allem Krankheiten des Muskel-Skelett- und jene des Atmungssystems. Sie verursachen die Hälfte aller Krankenstandsfälle und 43 Prozent aller Krankenstandstage. Die Zahl psychischer Erkrankungen, die über mehrere Jahre stark zugenommen hat, ist unterdessen seit 2016 nahezu unverändert geblieben. Langfristig gesehen gehen die Fehlzeiten insgesamt aber zurück. 1980 wurden noch 17,4 Krankenstandstage verzeichnet. In den vergangenen zehn Jahren schwankte die Zahl zwischen 12,3 und 13,2. Auffällig ist, dass Arbeiter länger krank sind als Angestellte. Verbuchten Männer früher mehr Fehlzeiten als Frauen, ist es mittlerweile umgekehrt. Die Krankenstandsquote von Beamten und Vertragsbediensteten des Bundes liegt um 8,3 Prozent über jener von Arbeitern und Angestellten. 

Laut Fehlzeitreport hat die Arbeitsmarktlage ebenso Einfluss auf die Fehlzeit wie der gesundheitliche Zustand der Bevölkerung, das Verhalten von niedergelassenen Ärzten, der Anteil an Teilzeitbeschäftigten und die Altersstruktur der Arbeitnehmer.

Krankenstände als Kostenfaktor

„Krankenstände stellen aber nicht nur für die Beschäftigten eine Belastung dar“, heißt es im Wifo-Bericht. Sie seien auch ein hoher Kostenfaktor, sowohl für die Betriebe als auch fürs Sozialsystem. Im Jahr 2017 gaben die Arbeitgeber laut Sozialministerium 2,9 Milliarden für Entgeltfortzahlungen aus. Weitere 725 Millionen Euro zahlten die Sozialversicherer für Krankengeld. Indirekte Krankenstandskosten wie Produktivitätsverluste oder Ausgaben für Ersatzarbeitskräfte können laut Wifo-Schätzung bis zu 6,3 Milliarden Euro ausmachen. VN-ebi

Krankenstand in Zahlen

12 Tage sind Vorarlberger Beschäftigte im Krankenstand. Der österreichische Durchschnitt liegt bei 13,1. Angestellte waren durchschnittlich 11 Tage krankgeschrieben, Arbeiter 16,2 Tage.

 

17,4 Krankenstandstage markierten 1980 den Höchstwert. 1990 waren es 15,2 Tage.