Frankreich wegen Pensionsreform im Ausnahmezustand

Politik / 06.12.2019 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Proteste halten an. Die Gewerkschaft will den Druck erhöhen.AFP
Die Proteste halten an. Die Gewerkschaft will den Druck erhöhen.AFP

Paris Nach dem Streik ist vor dem Streik: Die Gewerkschaften in Frankreich haben ihre Mitglieder den zweiten Tag in Folge aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Die meisten Züge fuhren am Freitag nicht, U-Bahnen in Paris standen still. Im gesamten Land kam es zu etlichen langen Staus. Am Donnerstag demonstrierten landesweit mindestens 800.000 Menschen gegen die Rentenreformpläne von Präsident Emmanuel Macron. Schulen blieben geschlossen, in Spitälern kam es zu Engpässen.

Am Donnerstag waren die meisten Proteste friedlich verlaufen. In Paris setzten Polizisten teils Tränengas ein und Protestierende entzündeten Feuer. Die Gewerkschaften haben einen unbefristeten Streik angekündigt und hoffen, Druck auf die Regierung ausüben zu können.

Das aktuelle Rentensystem ist Macron zufolge weder finanziell gesichert noch fair. Er will die 42 unterschiedlichen Mechanismen vereinheitlichen und allen Arbeitern die gleichen Rechte geben. Derzeit erlauben Sonderregelungen bestimmten Berufsgruppen wie etwa Eisenbahnern, vorzeitig in Rente zu gehen, oder halten andere Vorzüge für sie bereit. Die Reformpläne betreffen den öffentlichen und privaten Sektor.