Hinter den Kulissen: Postenschacher und Vignetten

Politik / 06.12.2019 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Künftiger Job von Ex-Klubchef Adi Groß und Eintragung im Tätigkeitsbericht des Energieinstituts sorgt für Verstimmung zwischen Volkspartei und Grünen.

Politik, Personen und Parteien: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Dicke Luft Das künftige berufliche Betätigungsfeld von Ex-Klubchef Adi Groß (57, Grüne) sorgt für Verstimmung zwischen LH Markus Wallner (52, VP) und LR Johannes Rauch (60, Grüne). Groß, der sich für seine politische Karriere als Landesbediensteter karenzieren ließ und jetzt im Bundesrat sitzt, stand ein Rückkehrrecht zu. Darüber, dass der Lauteracher als einstiger Leiter des Energieinstituts im Fachbereich Energie einen Job bekommen soll, herrschte Einigkeit. Dass Rauch seinem Parteifreund einen solchen im Energieinstitut zuschanzen und ihn dort ohne Aufgabenbereich sich selbst unterstellen wollte, stieß nicht nur Wallner sauer auf. Jetzt ist die Rede von grünem Postenschacher. Wallner wollte als oberster Personalchef im Landhaus nicht zur Tagesordnung übergehen und zog die Reißleine. Nun soll Gross im Fachbereich Energie bei Christian Vögel (44) untergebracht werden. Vögel wird auch Chef von Gross. Ob Gross sein eigens eingerichtetes Büro im Energieinstitut behalten darf, ist derzeit noch offen.

Bedrängnis Der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (56, VP) und sein Hohenemser Amtskollege Dieter Egger (50, FP) sind wohl die heftigsten Gegner der neuen Mautbefreiung von Hörbranz nach Hohenems. Das Ende der Pflicht, das am Donnerstag vom Bundesrat abgesegnet wurde, soll bekanntlich von Mautflüchtlingen überlastete Gebiete wie Bregenz entlasten. Die Volkspartei hat das nun beschlossene Gesetz vor und kurz nach der Wahl eingebracht. Hinter den Kulissen hört man allerdings, dass die Ausnahme trotz einhelliger Zustimmung der Mandatare gar nicht so beliebt war, auch abseits von Fischer & Co. Ob Bregenz nicht längst von Mautflüchtlingen entlastet werden müsse? „Blödsinn, Schwachsinn“, ist vielfach zu hören. Mit der zweiten Röhre des Pfändertunnels habe man für die Stadt eigentlich genug getan, heißt es da. Es sei der Vorstoß der Tiroler Volkspartei gewesen, der die Vertreter der Schwarzen in Vorarlberg in Bedrängnis gebracht habe. Im Sinne von: „Wenn die Tiroler was kriegen, dann wollen wir das auch.“ Gebraucht hätte man die Ausnahme allerdings bestimmt nicht.

Überfällig Derzeit ist es ruhig geworden um Kälbertransporte in Vorarlberg. Die Stille hat offenbar keinen Grund. Zumal weiterhin Kälber das Land für immer verlassen. Im April hatte Agrarlandesrat Christian Gantner (39, VP) eine „Task Force“ zu diesem Thema eingerichtet. Bisher wartet man nicht nur im Landhaus vergeblich auf ein Ergebnis. Gantner soll jedenfalls ebenso schon ungeduldig sein, heißt es. In den VN hatte er vor einigen Monaten versprochen, dass der Bericht noch im Oktober veröffentlicht werde.