Hoher Andrang bei Richtungswahl im Vereinigten Königreich

Politik / 12.12.2019 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Regierungschef gab seine Stimme im Wahllokal in der Methodist Central Hall in London ab. Begleitet wurde er vom Hund Dilyn. reuters
Der Regierungschef gab seine Stimme im Wahllokal in der Methodist Central Hall in London ab. Begleitet wurde er vom Hund Dilyn. reuters

Premierminister Johnson warb bis zuletzt für seinen Brexit-Kurs.

london Millionen Briten haben am Donnerstag ihre Stimme abgegeben, um zum dritten Mal in weniger als fünf Jahren ein neues Parlament zu wählen. Der Urnengang gilt als der wichtigste seit Jahrzehnten, weil die Wähler auch über den künftigen Brexit-Kurs entscheiden. Umfragen sahen den konservativen Premierminister Boris Johnson vorne, aber es war zuletzt nicht klar, ob er eine absolute Mehrheit der Sitze gewinnen wird. Die Wahllokale waren bis 23.00 Uhr MESZ geöffnet. Mit ersten Ergebnissen wurde in der Nacht auf Freitag gerechnet. In London berichteten Wähler am Donnerstag von langen Schlangen vor mehreren Wahllokalen. Viele Menschen wollten ihre Stimme in der Früh auf dem Weg in die Arbeit abgeben. „Ich habe seit etwa acht Jahren in diesem Wahllokal gewählt, aber ich habe mich noch nie anstellen müssen“, sagte Craig Fordham in Putney. Chris Schofield stand in Bermondsey and Old Southwark in einer Schlange mit etwa 70 anderen Wählern, wie er sagte. „Es ist 20 mal so viel los wie 2017 und bei lokalen und den Europawahlen“, meinte der 27-Jährige.

Johnson kam mit Hund Dilyn zur Stimmabgabe. Den Hund bemühten die Konservativen auch für einen letzten Wahlaufruf: „Hund Dilyn wünscht, dass Sie die Konservativen wählen“, twitterte die Partei.  „Lasst uns den Brexit-Deal durchziehen!“, hatte Johnson bei seiner Abschlusskundgebung gefordert. Das Ergebnis stehe „auf Messers Schneide“. Johnsons aussichtsreichster Gegner, Labour-Chef Jeremy Corbyn, versprach ein Ende des Sparkurses und eine Umverteilung des Reichtums, „wie ihr es noch nie gesehen habt“. Die Labour-Partei liegt in der Gunst der Wähler seit Jahren hinter den Konservativen, hat aber zuletzt etwas aufgeholt.

Dauerthema Brexit

2016 votierten die Briten bei einem Referendum knapp für einen EU-Austritt. Seitdem dominiert das Thema die Politik. Gewinnt Brexit-Befürworter Johnson eine Parlamentsmehrheit, will er sein Abkommen über den geplanten Austritt aus der EU am 31. Jänner noch vor Weihnachten verabschieden. Corbyn will den Brexit dagegen noch einmal verschieben, mit der EU eine engere Anbindung aushandeln und die Briten in einer neuen Volksabstimmung abstimmen lassen. Mit einem offiziellen Wahlergebnis ist im Laufe des heutigen Freitags zu rechnen.

„Lasst uns den Brexit-Deal durchziehen. Das Ergebnis steht auf Messers Schneide.“

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