Wenigstens keine Rückschritte in Madrid

Politik / 15.12.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Klimaaktivistin Greta Thurnberg reiste mit dem überfüllten Zug nach Hause. Erst in Göttingen wurde ein Sitzplatz frei, schrieb sie auf Twitter. AP
Klimaaktivistin Greta Thurnberg reiste mit dem überfüllten Zug nach Hause. Erst in Göttingen wurde ein Sitzplatz frei, schrieb sie auf Twitter. AP

Nur Minimalbeschlüsse beim Weltklimagipfel in Madrid.

Madrid Trotz mehr als 40-stündigen Nachsitzens haben sich die Verhandler bei der UN-Klimakonferenz nur auf Minimalbeschlüsse geeinigt. Die chilenische Umweltministerin und COP-Vorsitzende Carolina Schmidt verkündete am Sonntag in Madrid die Beschlüsse vor den Delegierten aus fast 200 Ländern.

Umwelt- und Entwicklungsorganisationen kritisierten die Beschlüsse als völlig unzureichend für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Aus europäischen Delegationskreisen hieß: „Es ist ein harter Kampf, hier wenigstens keine Rückschritte zu erleiden.“ Im Beschluss zur Klimaschutz-Ambition wird auf die Kluft zwischen den notwendigen und den tatsächlichen Maßnahmen zur Umsetzung des Paris-Abkommens hingewiesen. Die Staaten werden daher ermutigt, 2020 „die höchstmögliche Ambition als Reaktion auf die Dringlichkeit“ des Kampfs gegen die Erderwärmung zu zeigen und auf Grundlage der Wissenschaft ehrgeizigere nationale Klimaschutzziele vorzulegen. Die Hoffnung von Entwicklungsländern und Inselstaaten auf einen eigenen internationalen Fonds zur Bewältigung von bereits eintretenden klimabedingten Schäden und Verlusten erfüllte sich nicht. Die Ausgestaltung von Artikel sechs des Pariser Abkommens gelang ebenfalls nicht. Damit bleibt das Regelbuch zur Umsetzung des Abkommens weiter unvollständig. Alle anderen Kapitel waren vor einem Jahr in Kattowitz beschlossen worden. Die Artikel-6-Verhandlungen wurden damals auf heuer vertagt und sollen nun die nächste UN-Klimakonferenz 2020 in Glasgow beschäftigen.

Besonders umstritten war, ob unter dem Kyoto-Protokoll vergebene Verschmutzungsrechte unter dem Paris-Abkommen weiter gelten sollen. Dafür  kämpften Brasilien, aber auch die USA, Australien und Indien. Die EU stemmte sich dagegen, da aus ihrer Sicht die Anerkennung alter Zertifikate das Pariser Abkommen unterlaufen würde.

Schon am Freitag hätte es eine Einigung geben müssen. Caroline Schmidt und die Delegierten verhandelten bis Sonntag. AP
Schon am Freitag hätte es eine Einigung geben müssen. Caroline Schmidt und die Delegierten verhandelten bis Sonntag. AP