Kappel bestätigt Geldtransfers an FPÖ

Politik / 17.12.2019 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kappel saß von 2014 bis 2019 für die Freiheitlichen im Europäischen Parlament. Sie soll sich nun selbst zur Geldspende geäußert haben. European Union 2018/EP/Christian Creutz
Kappel saß von 2014 bis 2019 für die Freiheitlichen im Europäischen Parlament. Sie soll sich nun selbst zur Geldspende geäußert haben. European Union 2018/EP/Christian Creutz

Bericht: Ehemalige EU-Abgeordnete räumt Rolle als Geldbotin ein.

wien Die frühere freiheitliche EU-Abgeordnete Barbara Kappel soll laut einem Bericht der Tageszeitung „Österreich“ selbst eingeräumt haben, im Jahr 2018 von einem bulgarischen Geschäftsmann eine Geldspende in der Höhe von 55.000 Euro entgegengenommen und an die FPÖ weitergeleitet zu haben. Vorangegangen sein soll dem eine Aufforderung von Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache. Bereits Ende November hatte der „Kurier“ berichtet, dass es Ermittlungen gegen Kappel gibt. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte damals, dass es ein Verfahren zur Causa gibt. Allerdings sind weder Kappel noch der Geschäftsmann als Beschuldigte geführt.

Laut dem damaligen Bericht soll die Ex-Mandatarin gegenüber den Ermittlern ausgesagt haben, dass sie im Jahr 2018 als Geldbotin tätig war. Die insgesamt 55.000 Euro soll sie in drei Tranchen in bar erhalten und dann in den FPÖ-Parlamentsklub gebracht haben. Wer das Geld übernommen hat, ging laut „Kurier“ nicht aus Kappels Aussage hervor. Damals wollte sie nichts dazu sagen. „Österreich“ berichtete am Dienstag, dass Kappel nun selbst bestätigt habe, dass sie als Geldbotin tätig gewesen sei. Der Geschäftsmann habe sie zuvor um eine Intervention gebeten. Dafür habe sie sich das Okay vom damaligen Parteichef Strache holen wollen: „Strache meinte bei einer Veranstaltung im Palais Niederösterreich: ,Wenn du ihm schon mit so viel Einsatz hilfst, soll er doch etwas für die Partei spenden.‘ Ich fragte: ,Wie viel?‘ Strache antwortete: ,100.000‘“, wird Kappel von „Österreich“ zitiert. Der Bulgare soll dann tatsächlich gezahlt haben, allerdings nur die erwähnten 55.000 Euro. Das Geld habe Kappel an einen Mittelsmann weitergegeben, einem kürzlich verstorbenen ehemaligen FPÖ-Nationalratsabgeordneten.

Strache wies die Darstellung am Dienstag zurück. Dies sei eine „glatte Lüge“, schrieb er auf Facebook. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte, dass kein Geld bei der Partei oder im Parlamentsklub eingegangen sei.