Hinter den Kulissen: von Frauenpower und Ungnade

Politik / 28.12.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angelika Prechtl-Marte gilt als Nachfolgerin von Landesgerichtspräsident Heinz Bildstein und soll dessen Funktion im kommenden Jahr übernehmen. VN
Angelika Prechtl-Marte gilt als Nachfolgerin von Landesgerichtspräsident Heinz Bildstein und soll dessen Funktion im kommenden Jahr übernehmen. VN

Politik, Personen und Parteien: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Favoritin Frauen an die Macht: Auch im Bereich der Justiz scheint Frauenpower gefragt. Nachdem Heinz Bildstein (64), der seit 2008 die Funktion des Präsidenten am Landesgericht Feldkirch ausübt, im Juli 2020 seinen 65. Geburtstag feiert und sich in den Ruhestand verabschiedet, wird der Chefstuhl vakant. Als absolute Favoritin für das Erbe des Bregenzers Bildstein gilt die Röthnerin Angelika Prechtl-Marte (56). Prechtl-Marte wäre die erste Frau im Chefstuhl des Landesgerichts, ist seit 1997 als Richterin tätig, übersiedelte 2008 von Innsbruck nach Feldkirch und übernahm 2016 das Amt der Vizepräsidentin des Landesgerichts von Kornelia Ratz (56), die 2015 über die viel zitierte Testamentsaffäre gestolpert war. Das letzte Wort für die Bestellung von Prechtl-Marte zur Präsidentin und damit auch Personalchefin von rund 70 Richtern in Vorarlberg hat das Justizministerium in Wien.

Geldverschleuderer In Ungnade gefallen und ins Fadenkreuz der Kritik geraten ist ein hierzulande nicht unbekannter Touristiker in der Schweiz: Gerhard Walter (55), der zwischen 2004 und 2010 in Lech am Arlberg als Direktor des Lech Zürs Tourismus tätig war, hatte im September 2019 als CEO des Engadin St. Moritz Tourismus überraschend das Handtuch geworfen. Jetzt, nachdem der Verwaltungsrat Walter öffentlich Führungsmängel und Geldverschleuderung vorgeworfen hat, scheint für viele der Grund für den abrupten Abgang des Touristikers klar zu sein. Walter selbst, der die Vorwürfe strikt zurückweist, wird in Lech im Hinblick auf die Finanzen auch nicht nur Gutes nachgesagt. An von ihm erteilten Aufträgen wie beispielsweise einem Werbefilm soll man „jahrelang Darlehen abgezahlt haben“, heißt es in Lech.

Verschwunden Die Task Force Tiertransporte sollte Ruhe in die Debatte um Kälbertransporte bringen; gelungen ist das nicht. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) ist vorzeitig ausgetreten, unter anderem weil Landwirtschaftskammerdirektor Stefan Simma (46) von der Landwirtschaftskammer und Landesveterinär Norbert Greber (55) den Bericht verfasst haben. Beide hätten großen Anteil an der bisherigen Situation, sagte der VGT. Der letzte Entwurf des Berichts gibt dem VGT recht: Darin heißt es, „Der Bericht wurde hauptverantwortlich verfasst von“: Tierschutzexpertin Susanne Waiblinger, die Leiterin der Task Force und Stefan Simma. Weiter: „Unter Mitwirkung von Norbert Greber und Stefan Hagen (Anm.: Prozessbegleitung) basierend auf den Diskussionen der Task Force.“ Nach der Aufregung um den VGT wurde dieser Passus wohl noch geändert, jedenfalls fehlt der Hinweis im Endbericht. Darin heißt es nur noch: „Unter Mitwirkung weiterer Mitglieder der Task Force.“