Neue Proteste im neuen Jahr

Politik / 01.01.2020 • 23:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In der chinesischen Sonderverwaltungszone hatten vor knapp sieben Monaten Massenproteste gegen die pekingtreue Führung begonnen. reuters
In der chinesischen Sonderverwaltungszone hatten vor knapp sieben Monaten Massenproteste gegen die pekingtreue Führung begonnen. reuters

Hunderttausende Hongkonger gehen weiter auf die Straße.

hongkong Bei Protesten am Jahreswechsel ist es in Hongkong zu neuen Zwischenfällen gekommen. Nach Schätzungen beteiligten sich Hunderttausende am Neujahrstag an einer Demonstration gegen die Regierung. Nach nur drei Stunden forderte die Polizei allerdings die Organisatoren auf, den Marsch aufzulösen. Zuvor hatten radikale Aktivisten eine Bankfiliale attackiert. Die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungsregion ging mit Tränengas und Pfefferspray vor. Es gab Festnahmen. Bei ihrem Rückzug errichteten Demonstranten Straßensperren. Auch wurden Brandsätze geworfen. In der Silvesternacht war es schon zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen. Die Civil Human Rights Front, die den Marsch als Zeichen der Solidarität organisiert hatte, folgte der Anweisung der Polizei und forderte die Teilnehmer auf, nach Hause zu gehen.

Die Gruppe warf der Polizei vor, dass der Einsatz von Tränengas die Lage eskalieren ließ. Nach ihren Schätzungen sollen mehr als eine Million Menschen an der Demonstration teilgenommen haben, wie die Zeitung „South China Morning Post“ berichtete. Die Polizei, die in Hongkong immer extrem niedrig schätzt, sprach von 60.000.

Keine Zugeständnisse

Auf Fahnen oder Bannern war „Kämpft“, „Befreit Hongkong“ oder der Ruf nach „Hongkongs Unabhängigkeit“ zu lesen, der besonders in Peking für Aufregung sorgt. In seiner Neujahrsansprache ging Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking zwar auf Hongkong ein, machte aber keinerlei Zugeständnisse.  Seit der Rückgabe 1997 an China wird die ehemalige britische Kronkolonie nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ autonom unter Chinas Souveränität regiert. Die Hongkonger demonstrierten gegen die Regierung, den wachsenden Einfluss Pekings und hartes Vorgehen der Polizei.