Sozialdemokrat hatte Nase vorn

Politik / 06.01.2020 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zoran Milanovic holte Sieg bei Präsidenten-Stichwahl in Kroatien. Reuters
Zoran Milanovic holte Sieg bei Präsidenten-Stichwahl in Kroatien. Reuters

Milanovic gewann Präsidenten-Stichwahl in Kroatien.

Zagreb Der Sozialdemokrat Zoran Milanovic hat die Präsidenten-Stichwahl gegen die konservative Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarovic gewonnen. Der 53-Jährige, der schon von 2011 bis 2016 Ministerpräsident war, kam auf 52,7 Prozent der Stimmen, Grabar-Kitarovic auf 47,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 55 Prozent. Die Niederlage der Amtsinhaberin fiel deutlicher aus als erwartet. In der Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft), aus der Grabar-Kitarovic kommt, dürfte dies die Richtungskämpfe verstärken, zumal in der zweiten Jahreshälfte die nächsten Parlamentswahlen ins Haus stehen. Die SDP (Sozialdemokratische Partei Kroatiens) hatte sich hinter Milanovic gestellt. Ministerpräsident Andrej Plenkovic, der für den gemäßigten und proeuropäischen Flügel in der HDZ steht, wird vom rechtspopulistischen Flügel wegen seiner angeblich weichen Haltung gegenüber Brüssel kritisiert. Die Rechten in der HDZ betrachten mehr oder weniger unverhohlen den ungarischen Regierungschef Viktor Orban als Vorbild, der sich regelmäßig heftige Konflikte mit der Europäischen Union liefert. Kroatien übernahm mit 2020 den Vorsitz im EU-Rat. EU-Ratspräsident Charles Michel gratulierte Milanovic via Twitter zu seinem Sieg.