Erste Schritte hin zum Pflegepaket

Politik / 13.01.2020 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Von Versicherung bis Schulversuch: Arbeitsgruppe soll Etappenplan liefern.

WIen Die Pflege hat für die neue Bundesregierung Priorität. Erste Maßnahmen seien bereits in Planung, verkünden Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler und Sozialminister Rudolf Anschober (beide Grüne) am Montag bei einem Besuch im „Haus der Barmherzigkeit“ in Wien. Finanzierungsströme gehörten gebündelt und eine Pflegeversicherung geschaffen. Ebenso soll es einen Pflege-Daheim-Bonus und mehr Pflegekräfte geben sowie die Prävention gestärkt werden. Eine Zielsteuerungsgruppe aus Bund, Ländern und Gemeinden soll einen konkreten Etappenplan für die Pläne ausarbeiten, sagt Anschober.

Kurz verspricht mehr Geld

Einen genauen Zeitrahmen nennen die Regierungsmitglieder nicht. Kanzler Kurz erklärt nur: „Wir wollen diese leidige Debatte zwischen Bund und Ländern beenden.“ Es werde mehr Geld geben, die Pflege werde künftig großteils vom Bund finanziert. Die Pflegeversicherung soll zunächst keine zusätzlichen Abgaben verursachen, sondern über bestehende Mittel finanziert werden, etwa aus dem Geld der Unfallversicherung AUVA.

Zum Ausbau der Pflegekräfte schweben Türkis-Grün eine dreijährige Fachschule sowie eine fünfjährige höhere Ausbildung vor. Sozialminister Anschober kündigt erste Beschlüsse im Ministerrat am Mittwoch an, darunter einen Schulversuch mit 150 Schülern in der ersten Phase.  

Fachkräftebedarf steigt rasant

Die Zahl der pflegebedürftigen Personen steigt unterdessen an. Gleichzeitig nimmt die Pflege durch Angehörige ab. Alleine deshalb werden bis 2030 zusätzlich 34.000 neue Pflegekräfte benötigt, wie die Gesundheit Österreich GmbH in ihrer „Pflegepersonal-Bedarfsprognose für Österreich“ vorhergesagt. Um die Pensionierungen von 2017 bis 2030 abdecken zu können, sind weitere 41.500 zusätzliche Fachkräfte nötig. Das sind insgesamt weitere 75.700 Personen, die sich österreichweit in der Pflege engagieren müssten. Zuletzt waren in Österreich bereits etwa 127.000 Menschen in der Pflege beschäftigt.