US-Präsident stellt ein Zerwürfnis in Abrede

Politik / 13.01.2020 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aussagen Trumps und seines Verteidigungsministers wurden zunächst als offener Widerspruch gewertet. AFP
Aussagen Trumps und seines Verteidigungsministers wurden zunächst als offener Widerspruch gewertet. AFP

Iran-Konflikt: Trump sieht keine Unstimmigkeiten in seinem Team.

washington, teheran US-Präsident Donald Trump hat Spekulationen über Unstimmigkeiten innerhalb seiner Regierung mit Blick auf die gezielte Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani zurückgewiesen. In seinem Team habe Einigkeit geherrscht, erklärte Trump am Montag. Zuvor waren Aussagen von Trump und seinem Verteidigungsminister Mark Esper als offener Widerspruch gewertet worden. Trump hatte vergangene Woche gesagt, dass Angriffe „wahrscheinlich“ auf vier US-Botschaften geplant gewesen sein könnten. Beweise dafür habe er nicht gesehen, sagte Esper. Der Luftschlag gegen Soleimani Anfang Jänner ist in den USA umstritten. Washington begründete die Operation mit bevorstehenden Angriffen auf US-Bürger.

Fehlende Beweise

Vergangene Woche ging Trump über bisherige Äußerungen hinaus und sagte, Soleimani habe amerikanischen Botschaften im Visier gehabt. Vor allem eine Aussage am Freitag sorgte für Aufmerksamkeit: „Ich kann verraten, dass ich glaube, dass es wahrscheinlich vier Botschaften gewesen wären.“ Auf die Frage nach einem Beweis für die angeblichen Angriffspläne sagte Verteidigungsminister Esper zu CBS: „Ich habe in Bezug auf vier Botschaften keinen gesehen.“ Esper betonte, Trump habe von einer Möglichkeit gesprochen. Er teile die Meinung des Präsidenten.

Tausende protestieren

Teheran hatte die Tötung des Generals mit einem Vergeltungsschlag auf Militärstützpunkte im Irak beantwortet, die von den USA genutzt werden. Dabei wurde eine ukrainische Linienmaschine mit 176 Menschen an Bord versehentlich abgeschossen. Der verheerende Zwischenfall trieb im Iran Tausende Menschen zu regierungskritischen Protesten auf die Straßen. Teheran hatte zuvor einen technischen Defekt als Absturzursache angeführt. Das Militär räumte erst am Samstag den irrtümlichen Abschuss der Maschine ein. Bis zu 3000 Menschen demonstrierten am Sonntag laut der Nachrichtenagentur ILNA und kritisierten auch die Vertuschung von Fakten durch die iranische Führung.

Seit der einseitigen Aufkündigung des internationalen Atomabkommens durch die USA 2018 hatten die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen.