Hoffnung auf Pflegelehre nach Schweizer Vorbild

Politik / 16.01.2020 • 21:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bis 2030 gebe es einen zusätzlichen Bedarf an rund 75.000 Pflegekräften, warnt das Hilfswerk.  APA
Bis 2030 gebe es einen zusätzlichen Bedarf an rund 75.000 Pflegekräften, warnt das Hilfswerk.  APA

Russ-Preis-Träger Lampert fordert
rasche Einführung.

wien Das Hilfswerk schlägt Alarm. In der Pflege bleibe der Personalmangel die größte Herausforderung. Der erwartete Bedarf könne nicht gedeckt werden, warnte Geschäftsführerin Elisabeth Anselm am Donnerstag. Bis 2030 soll es einen zusätzlichen Bedarf an 75.000 Pflegekräften geben. „Spätestens 2024 geht sich das auf keinen Fall mehr aus, wenn wir nichts tun.“ Dass Türkis-Grün einen Schulversuch zur Pflege-Ausbildung starten will, befürwortet Anselm. Um den Mehrbedarf zu decken, müsse aber auch eine Pflegelehre eingeführt werden. Vorbild könnte das Schweizer Modell sein. Tatsächlich ist im türkis-grünen Regierungsprogramm von der Einführung einer Pflegelehre die Rede.

Vorbild Schweiz

Einer, der das ausdrücklich befürwortet, ist Alt-Landtagsvizepräsident Günter Lampert. Gemeinsam mit Egon Blum gilt er schon lange als vehementer Verfechter der Plegelehre nach Schweizer Vorbild. „Der Handlungsdruck ist enorm“, bekräftigt der Russ-Preis-Träger. Um den heutigen und künftigen Bedarf abzudecken, seien alle denkbaren Maßnahmen nötig. Das Modell im Nachbarland sei eine Erfolgsgeschichte. In der Eidgenossenschaft trat 2004 das neue Berufsbildungsgesetz in Kraft, mit dem zwei neue Lehrberufe eingeführt wurden: Assistent oder Assistentin Gesundheit und Soziales beziehungsweise Fachmann oder -frau Gesundheit. Diese dualen Ausbildungen können direkt nach Abschluss der Schulpflicht, also mit 15 Jahren, aufgenommen werden.

Pilotprojekt bei der Aqua Mühle

In Vorarlberg gibt es seit 2011 ein Pilotprojekt bei der Aqua Mühle. Eine Betriebsdienstleistungslehre ermöglicht es jungen Menschen, nach dem Lehrabschluss in die Pflege einzusteigen. Das Projekt zeige das hohe Interesse an der Ausbildung, betont Lampert. Nun seien Regierung und Gesetzgeber gefordert, die Pflegelehre in Österreich auch tatsächlich in die Realität umzusetzen. „Jeder Tag, der versäumt wird, ist verantwortungslos.“ VN-RAM

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