Hoffnung auf Pflegelehre nach Schweizer Vorbild

Politik / 17.01.2020 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Russ-Preis-Träger Günter Lampert gilt als vehementer Verfechter einer Pflegelehre nach Schweizer Vorbild.

Russ-Preis-Träger Lampert fordert rasche Einführung.

wien Das Hilfswerk schlägt Alarm. In der Pflege bleibe der Personalmangel die größte Herausforderung. Der erwartete Bedarf könne nicht gedeckt werden, warnte Geschäftsführerin Elisabeth Anselm am Donnerstag. Bis 2030 soll es einen zusätzlichen Bedarf an 75.000 Pflegekräften geben. „Spätestens 2024 geht sich das auf keinen Fall mehr aus, wenn wir nichts tun.“ Dass Türkis-Grün einen Schulversuch zur Pflegeausbildung starten will, befürwortet Anselm. Um den Mehrbedarf zu decken, müsse aber auch eine Pflegelehre eingeführt werden. Vorbild könnte das Schweizer Modell sein. Tatsächlich ist im türkis-grünen Regierungsprogramm von der Einführung einer Pflegelehre die Rede.

Vorbild Schweiz

Einer, der das ausdrücklich befürwortet, ist Altlandtagsvizepräsident Günter Lampert. Gemeinsam mit Egon Blum gilt er schon lange als vehementer Verfechter der Plegelehre nach Schweizer Vorbild. „Der Handlungsdruck ist enorm“, bekräftigt er. Um den heutigen und künftigen Bedarf abzudecken, seien alle denkbaren Maßnahmen nötig. Das Modell im Nachbarland sei eine Erfolgsgeschichte. In der Eidgenossenschaft trat 2004 das neue Berufsbildungsgesetz in Kraft, mit dem zwei neue Lehrberufe eingeführt wurden: Assistent oder Assistentin Gesundheit und Soziales beziehungsweise Fachmann oder -frau Gesundheit. Diese dualen Ausbildungen können direkt nach Abschluss der Schulpflicht, also mit 15 Jahren, aufgenommen werden.

Pilotprojekt an der Aqua Mühle

In Vorarlberg gibt es seit 2011 ein Pilotprojekt an der Aqua Mühle. Eine Betriebsdienstleistungslehre ermöglicht es jungen Menschen, nach dem Lehrabschluss in die Pflege einzusteigen. Das Projekt zeige das hohe Interesse an der Ausbildung, betont Lampert. Nun seien Regierung und Gesetzgeber gefordert, die Pflegelehre in Österreich auch tatsächlich in die Realität umzusetzen. „Jeder Tag, der versäumt wird, ist verantwortungslos.“