Hinter den Kulissen: Altvizekanzler unzufrieden mit Ministerpräsident

Politik / 18.01.2020 • 09:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schreiben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (l.) als Antwort auf einen Brief von Altvizekanzler Hubert Gorbach stimmt diesen nicht zufrieden. REUTERS, VN

Politik, Personen und Parteien: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Im Auge behalten Der frühere Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (63) sorgt sich um die Pläne der Bayern hinsichtlich des Brenner Basistunnels, der Norditalien, Tirol und Süddeutschland entlasten soll. Die Süddeutschen würden beim Bau der nördlichen Zulaufstrecke zum Tunnel deutlich hinterherhinken, behauptet er. Jetzt sieht Gorbach seinen Verdacht erhärtet. Er hat aus Bayern nämlich einen Brief erhalten. Die Vorgeschichte: Im Oktober 2019 richtete sich Gorbach an Ministerpräsident Markus Söder (53), nachdem dieser seine Landsleute aufgefordert hatte, aufgrund der Tiroler Fahrverbote ihren Skiurlaub besser in Bayern als in Österreich zu verbringen. Gorbach schreibt unter anderem von der erwarteten Entlastung durch den Basistunnel. Da die Bayern zu viel Zeit verstreichen ließen, müsse die Inbetriebnahme des Tunnels 2028 wohl ohne nördliche Zulaufstrecke erfolgen, sagt Gorbach als Aufsichtsrat der „Brenner Basistunnel SE“. Nun folgte die Antwort, zwar nicht von Söder persönlich, aber von seinem Ministerialdirigenten. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nicht klar, ob eine Neubaustrecke erforderlich sei, heißt es darin. Eine endgültige Entscheidung werde erst getroffen. Gorbach ist damit freilich alles andere als zufrieden. Er will die Bayern jetzt jedenfalls genau im Auge behalten.