Opferanwalt überzeugt von Tötungsvorsatz

Politik / 20.01.2020 • 22:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die beiden Privatbeteiligtenvertreter Nicolas Stieger (l.) und Stefan Denifl.
Die beiden Privatbeteiligtenvertreter Nicolas Stieger (l.) und Stefan Denifl.

Privatbeteiligtenvertreter stellen hohe Schmerzensgeldansprüche für die Hinterbliebenen.

Feldkirch Die Rechtsanwälte Nicolas Stieger und Stefan Denifl sind als Privatbeteiligtenvertreter der Hinterbliebenen des Opfers beim Prozess im Feldkircher Schwurgerichtssaal anwesend.

Stieger gab sich im Gespräch mit den VN vollkommen überzeugt von der Schuld und dem Tötungsvorsatz des Angeklagten. „Seine heutige Verantwortung ist ungeheuerlich und eine reine Farce“, machte er Montag keinen Hehl aus seinem Eindruck, den ihm Soner Ö. bei dessen Einvernahme vermittelte. „Diese Tat war ein Mord und nichts anderes!“

Mutter im Schockschmerz

Der Anwalt sagt, dass die Mutter des Opfers noch heute, elf Monate nach der Tat, an einem sogenannten „Schockschmerz“ leide, der sich unter anderem in psychischen Folgen wie Schlaflosigkeit, Schockzuständen, immer wiederkehrenden Albträumen und Vereinsamung auswirke.

Er stelle für die Mutter einen symbolischen Schmerzensgeldbetrag in der Höhe von 90.000 Euro an den Angeklagten. Sein Kollege Denifl vertritt die Lebensgefährtin, den Vater und die beiden Söhne des getöteten Sozialabteilungsleiters und beansprucht jeweils 100.000 Euro Schmerzensgeld.

Ansprüche anerkannt

Der Angeklagte selbst und seine beiden Verteidiger Wilfried Ludwig Weh und Stefan Harg erkennen die Ansprüche der Privatbeteiligten durch ihre Vertreter vor Gericht grundsätzlich zwar an, wollen die schlussendliche Höhe der Beträge nach dem Ausgang des Verfahrens aber der Entscheidung des Gerichtes überlassen, wie sie ausdrücklich betonen.