Rotes Urgestein Loacker tritt mit massiver Kritik aus SP aus

Politik / 20.01.2020 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Ich muss leider feststellen, dass beruflich tüchtige Personen in der Partei derzeit keinen Platz haben“, kritisiert Norbert Loacker in einem Schreiben an die SP-Bundesparteizentrale. VN

Einstiger ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker kehrte mit massiver Kritik den Sozialdemokraten nach einem halben Jahrhundert den Rücken.

Götzis „Genug ist genug, zu viel ist zu viel.“ So lautet der Titel eines Schreibens, das Ex-ÖGB-Landeschef Norbert Loacker an die Bundesparteizentrale der Sozialdemokraten gesandt hat. Nach knapp 50 Jahren hat der Streitbare sein Parteibuch abgegeben. Er sei im Oktober 1970 „mit großer Überzeugung und viel Optimismus“ der Partei beigetreten, schreibt Loacker. Starkes Motiv sei der damalige Kanzler Bruno Kreisky gewesen. Die Parteichefs und Kanzler nach Kreisky wolle er „bewusst nicht kommentieren“, spart Loacker dennoch nicht mit harter Kritik: „Die Kanzler Viktor Klima, Alfred Gusenbauer sowie Werner Faymann oder auch ein Josef Cap und Co stehen für ständiges Totalversagen.“ Kanzler Christian Kern habe er hingegen geschätzt und auch Parteichefin Pamela Rendi-Wagner hat für ihn hohen Stellenwert. „Das sind ehrliche Persönlichkeiten.“ Allerdings sei spürbar, dass im Führungsapparat der Bundespartei vieles nicht stimme. „Extrem hohe Schulden, zu viele und teure Berater, ein unfähiger Finanzchef und in der Folge Kündigungen von Angestellten. Ich muss leider feststellen, dass berufliche tüchtige Personen in der Partei derzeit keinen Platz haben. Die Meldung, welche Beträge für Casino-Vorstand Dietmar Hoscher ausbezahlt werden, bringen das Fass zum Überlaufen. Die Partei ist dafür mitverantwortlich. Soziale Gerechtigkeit sieht anders aus.“

Abgeschobener erhält Parteisteuer

Künftige Mitgliedsbeiträge werde er an den ehemaligen Lehrling Qamar Abbas überweisen, dieser wurde bekanntlich im Oktober 2018 nach Pakistan abgeschoben. Unter den Vorarlberger Genossen kursierende Gerüchte, wonach er sich kommunalpolitisch in Götzis engagieren wolle, weist Loacker allesamt als „völlig aus der Luft gegriffen“ zurück.