Trump lobt in Davos wirtschaftliche Entwicklung in seiner Amtszeit

Markt / 21.01.2020 • 12:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos die wirtschaftliche Entwicklung der USA in seiner Amtszeit in den höchsten Tönen gelobt. „Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor“, sagte er am Dienstag zum Auftakt seiner Rede.

Im Vergleich zu der Vorgängerregierung mit geringem Wachstum und stagnierenden oder fallenden Löhnen sei die Entwicklung nun „spektakulär“. Für die Zukunft prognostizierte Trump „gewaltige“ Chancen für die US-Wirtschaft. „Die Zeit der Skepsis ist vorbei“, nun sei nicht die Zeit für Pessimismus, sondern für Optimismus, sagte der US-Präsident. Trump rief andere Länder dazu auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen. Das „amerikanische Modell“ werde die größten Gewinne im 21. Jahrhundert erzeugen.

Die Beziehungen der USA zu China seien „niemals besser“ gewesen, beteuerte Trump. Die Verhandlungen mit China über die zweite Phase des Handelsabkommens würden schon sehr bald beginnen. Präsident Xi Jinping trete für die Interessen Chinas ein, er für jene der USA. „Ansonsten lieben wir uns“, sagt Trump.

Zuvor hatte die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ihren ersten Auftritt im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos absolviert. Thunberg kritisierte dabei die völlig unzureichenden Maßnahmen für den Klimaschutz. Zwar sei viel passiert, seit sie vor eineinhalb Jahren ihren Streik zum Schutz des Klimas begonnen habe, doch sei dies kein Grund zu überschwänglicher Freude, betonte die 17-Jährige. Auf politischer Ebene sei de facto nichts getan worden, um den Klimaschutz zu stärken. Dies müsse sich nun ändern.

Thunberg forderte, dass der Wissenschaft mehr Beachtung geschenkt werden müsse.“Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise“, sagte die Schwedin. „Es muss viel mehr passieren, dies ist erst der Anfang. Persönlich könne sie sich über Aufmerksamkeit nicht beklagen. „Aber die Wissenschaft und die Stimmen der jungen Generation stehen nicht im Zentrum der Debatte. Doch das müssen sie.“

US-Präsident Trump zählt zu den Hauptrednern der Konferenz. Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens in den Schweizer Alpen stehen der Kampf gegen den Klimawandel sowie geopolitische Krisen etwa im Nahen Osten und in Libyen. In seiner Rede bekannte sich Trump auch zur Bewahrung der Natur und kündigt an, die USA würden der Initiative „Eine Billion Bäume“ des Weltwirtschaftsforums beitreten.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan forderte die Konzernchefs in Davos auf, in Klimafragen nicht vor Trump einzuknicken. Sie hoffe, dass die Manager „dieses Mal ein wenig tiefer in ihre Seele gucken und überlegen, was sie dort sagen“, sagte Morgan der dpa. „Die Konzernchefinnen und -chefs dort haben die Verantwortung, Klartext mit ihm zu reden.“ Sie müssten in eine aktive Rolle schlüpfen, „damit Menschen wie Trump verstehen, dass sie isoliert sind“.

Trump steht wegen des Amtsenthebungsverfahrens, das in Washington gegen ihn läuft, innenpolitisch unter großem Druck. Ungeachtet dessen sucht er knapp zehn Monate vor der US-Präsidentenwahl das globale Rampenlicht.