Grüne starten Solaroffensive für Gemeinden

Politik / 23.01.2020 • 15:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Klubchef Daniel Zadra (l.) sowie Abgeordneter Christoph Metzler (Grüne) stellten die Offensive gemeinsam mit Geschäftsführer Harald Kräutler vor. GRÜNE

Gemeinden stehen im Mittelpunkt einer Solaroffensive, die die Grünen in der Marktgemeinde Lustenau präsentierten. Dabei geht es offenbar um 44.000 Dächer im Land.

Lustenau „100 Prozent erneuerbare Energie bis 2030. So lautet das ambitionierte, gemeinsame Ziel. Um dies zu erreichen, braucht es ein konsequentes Handeln von Bund, Ländern und Gemeinden“, betonte Daniel Zadra als Klubchef der Grünen zum Start der Solaroffensive. Nur mit massivem Ausbau von Fotovoltaik könne der vollständige Umstieg der Stromversorgung auf erneuerbare Energien geschafft werden. „Das Ziel der Bundesregierung, in ganz Österreich eine Million Dächer mit Fotovoltaik-Anlagen auszustatten, heißt für Vorarlberg rund 44.000 Dächer. Gehen wir es gemeinsam an.“ Der flächendeckende Ausbau von Fotovoltaik scheitere nicht an Technologie oder Kosten, sondern an Wissenslücken oder bürokratischen Hürden, meinte Christoph Metzler als Klima- und Umweltsprecher in Lustenau. „Jetzt heißt es, diese Lücken zu schließen und die Hürden zu überwinden. Die Pionierphase liegt hinter uns, nun geht es um die flächendeckende Umsetzung.“

Fünf bereits erprobte Maßnahmen

Das Rad müsse nicht immer neu erfunden werden, hier könnten Gemeinden auch voneinander lernen, verweist Metzler auf den neuen Musterantrag Solaroffensive in Gemeinden: „Der Antrag umfasst fünf bereits erprobte und wirksame Maßnahmen, wie der Ausbau von Fotovoltaikanlagen auf Gemeindeebene forciert werden kann.“ Damit wollen die Grünen den Informations- und Wissensaustausch zwischen den Kommunen erleichtern und Gemeindegruppen bei der Umsetzung der Solaroffensive in ihrer Gemeinde unterstützen.

Marktgemeinde Lustenau als „Best-Practice“

Harald Kräutler gilt als Vorreiter in Sachen Fotovoltaik: 80 Prozent des Energiebedarfs erzeugt Kräutler Elektromaschinen mit den Anlagen, die sich auf dem Dach und der Fassade befinden. „Wie können wir den Gesamtenergiebedarf des Unternehmens decken? Wir haben uns damals für eine Wärmepumpe und Fotovoltaik-Anlage entschieden. Zum einen aus Klimaschutzgründen, zum anderen, weil es sich langfristig rentiert“, betont Kräutler und ist der Meinung, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. „Wir als Familienunternehmen denken nicht nur an morgen, sondern an die kommenden Generationen.“ Aktive Unterstützung vonseiten der Gemeinde hält Daniel Zadra für zentral. „Klimaschutz geht uns alle an. Gerade auf Gemeindeebene kann und muss die Politik Akzente setzen, die Bürger über Möglichkeiten und Förderungen informieren sowie in der Umsetzung unterstützen.“