Demonstration ging ruhig zu Ende

Politik / 24.01.2020 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Vergangenheit hatte der Akademikerball für teils wütende Proteste aus dem linken Lager gesorgt. Dieses Jahr ging die Demonstration ruhig zu Ende. apa
In der Vergangenheit hatte der Akademikerball für teils wütende Proteste aus dem linken Lager gesorgt. Dieses Jahr ging die Demonstration ruhig zu Ende. apa

1200 Menschen haben gegen Akademikerball demonstriert.

Wien Die Demonstration gegen den freiheitlichen Akademikerball in der Wiener Hofburg ist Freitagabend ruhig zu Ende gegangen. Bei der Schlusskundgebung vor der Oper versammelten sich laut Polizei 1200 Demonstranten. Gröbere Zwischenfälle gab es offenbar keine. Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl letztlich auf 2200. Gegen 20 Uhr lichteten sich die Reihen. Die Demonstration, zu der das Bündnis „Offensive gegen Rechts“ geladen hatte, startete am frühen Abend wie in den vergangenen Jahren auch vor der Wiener Universität.

Ab 17 Uhr hatten sich die Protestierenden beim Schottentor versammelt. Die Teilnehmer machten sich dann gegen 18 Uhr, ausgestattet mit Trommeln und einem „No Pasaran“-Transparent („Kein Durchkommen“, Anm.) sowie einem Lkw an der Spitze, auf ihren Marsch durch die Innenstadt. Dabei ertönten die obligaten Parolen wie „Alerta, Alerta, Antifascista“.

Kurz vor 19 Uhr erreichte der Demozug den Karlsplatz. Dort wurden Parolen wie „Rassistisch, sexistisch, ekelhaft – das ist die deutsche Burschenschaft!“ von der Menge skandiert. Die Demo klang bei der Oper mit musikalischen Darbietungen aus.

Der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ließ im Vorfeld offen, ob er heuer am Akademikerball anzutreffen sein wird, am Abend schien dem aber nicht so. Martin Sellner von den rechtsextremen Identitären wurde  beim Betreten der Hofburg gesehen. Der Ballorganisator Udo Guggenbichler sieht darin kein Problem. Für ihn könne jeder zum Ball kommen, der eine Karte besitzt. SPÖ und ÖVP sahen dem Auftritt Sellners kritisch entgegen. ÖVP-Abgeordneter Martin Engelberg etwa ortete in einer Aussendung „keine klare Haltung gegen die Identitären in der FPÖ“.

Die Polizei stand mit 1600 Beamten im Einsatz. Dass das Platzverbot heuer größer gefasst war als im Jahr davor, habe „einsatztaktischen Gründe“.