„Alle haben genug, selbst jene, die für den Verbleib sind“

Politik / 30.01.2020 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Brite Timothy Richardson lebt seit 1995 in Vorarlberg.
Der Brite Timothy Richardson lebt seit 1995 in Vorarlberg.

feldkirch „Ein kompliziertes Thema“, sagt Timothy Richardson über den Brexit. Der 51-Jährige quält sich schon länger damit herum. Genauer gesagt, seit dem Referendum im Jahr 2016. Damals hatte er darauf gehofft, dass sich die „Remainers“ durchsetzen, also jene, die in der Europäischen Union verbleiben wollen. Doch daraus wurde bekanntlich nichts. Erstmals musste sich Richardson mit der Frage auseinandersetzen: „Brauche ich einen österreichischen Pass?“  Richardson lebt seit etwa 25 Jahren in Vorarlberg. Ursprünglich kommt er aus der englischen Stadt York. Er ist einer von rund 11.000 Briten, die in Österreich wohnen.

Bis zum Ende der einjährigen Übergangsphase ändert sich für sie nichts. Danach wird es jedoch notwendig sein, einen Antrag auf Bestätigung des weiteren Aufenthaltsrechts auf Basis des Austrittsabkommens zu stellen, heißt es von Seiten des Bundeskanzleramtes. Der britische Botschafter in Österreich, Leigh Turner, erklärte zuletzt, dass die Briten in der EU auch nach dem Ende der Übergangsphase „ihr Leben im Wesentlichen so leben können wie bisher“.

Nervige Hängepartie

Richardson lebt gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Söhnen in Feldkirch. Dort befindet sich auch sein Bauunternehmen „The Cutting Crew“. In Großbritannien war der 51-Jährige zuletzt kurz vor Weihnachten auf einer Hochzeit. Dort habe niemand über den Brexit reden wollen, berichtet Richardson. „Alle haben genug, selbst jene, die eigentlich für den Verbleib in der EU sind.“ Die Hängepartie seit dem Referendum habe sich einfach zu lange hingezogen. Deswegen sei auch Premierminister Boris Johnson bei der Neuwahl im Dezember so erfolgreich gewesen. Er habe versprochen, den Brexit durchzuziehen, egal wie. „Und das hat er gemacht.“ Nun fühlten sich die Befürworter des Austritts am Ziel. „Sie feiern, machen Partys. Aus meiner Sicht ist das einfach nur beleidigend.“