Feldkirchs Pinke wollen die Schwarzen schachmatt setzen

Politik / 30.01.2020 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Team der Pinken in Feldkirch hat sich für die Gemeindewahl das Brechen der Macht der Volkspartei im Rathaus vorgenommen. VN

Die Neos mit Spitzenkandidat Georg Oberndorfer haben sich für die Gemeinderatswahl in Feldkirch viel vorgenommen.

Feldkirch Mit einem jungen und vergrößerten Team bringen sich die Neos für die Gemeinderatswahl am 15. März in Feldkirch in Stellung. Georg Oberndorfer (45), der erneut als Spitzenkandidat die Liste anführt: „Wir sind eine Bewegung von ganz normalen Bürgern, die sich in der Kommunalpolitik engagieren. Politik ist nicht unser Beruf, wir verstehen unser Engagement als Ausdruck einer zivilgesellschaftlichen Verpflichtung. Wir wollen Bürger dabei unterstützen, dass ihre Anliegen gehört werden. Die Kinderstadtvertretung, die auf unsere Initiative zurückgeht, ist ein erster konkreter Schritt in diese Richtung.“

„Buntes Team auf vorderen Plätzen“

Auf Listenplatz zwei folgt die 34-jährige Eva-Maria Hämmerle. Die Juristin will sich insbesondere für Umweltthemen engagieren. Besonderes Anliegen ist ihr der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Fahrradwegenetzes. Auf Listenplatz drei kandidiert Chirurg Mathias Scheyer (63). Neben seinem kulturellen Engagement ist für ihn die Seniorenbetreuung und Altenpflege eine Herzensangelegenheit. Listenvierte ist die 31-jährige Juristin Agnes Gehrer-Wachter. Ein modernes Bildungssystem und eine flächendeckende Ganztagsbetreuung stehen im Zentrum ihres Engagements. Mit Gerold Kornexl (54) folgt auf Listenplatz fünf ein Neuzugang: Der einstige Ortsvorsteher von Tisis hat der Volkspartei den Rücken gekehrt und will künftig als parteifreier Mandatar im Kontrollausschuss der Stadt auf die Finger schauen. Listensechste ist die 22-jährige Fabienne Lackner. Sie ist Landesvorsitzende der Junos (Jugendorganisation der Neos) und setzt sich für leistbares Wohnen ein. Komplettiert werden die ersten sieben von Peter Scheffknecht (36). Er wird gemeinsam mit Oberndorfer das Thema Finanzen und Wirtschaft besetzen.

„Altes schwarzes System schachmatt setzen“

Die Pinken haben sich in Feldkirch in den vergangenen fünf Jahre als Kontrollkraft bewährt, sagt Oberndorfer, und: „Ins Montforthaus fließen immer noch jährlich 2,5 Millionen Euro an Zuschuss. Vor allem die defizitäre Gastronomie im Dachgeschoß ist uns ein Dorn im Auge. Es ist nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand, ein Restaurant zu subventionieren.“ Konsequent wollen die Neos auch beim Thema Campingplatz bleiben: „Wir sehen nicht ein, dass beim Campingplatz für einen Wellnessbereich, der den Urlaubern vorbehalten sein soll, Steuergelder verwendet werden. Als einzige Fraktion haben wir daher diesem Projekt nicht zugestimmt.“ Gemeinsam mit Gerold Kornexl und Bernhard Schöch haben die Neos gegen dieses Projekt eine Beschwerde bei der Gemeindeaufsicht eingebracht.

Verärgert zeigt sich Oberndorfer über den absoluten Machanspruch der Volkspartei im Rathaus: „Die Volkspartei betrachtet Feldkirch immer noch als ihr Eigentum. Alle wichtigen Entscheidungen fallen in den alten und informellen Zirkeln. In den dafür zuständigen Gremien findet kein echter Diskurs statt, und die schwarzen Mandatare nicken alles einfach nur ab. Anliegen der Bürger, wie zum Beispiel eine Einschränkung der Überfahrt über die Letze, oder die Diskussion rund um das Pädagogische Förderzentrum, werden als lästig empfunden.“ Deklariertes Ziel der Neos vor diesem Hintergrund: Die Zeit der absoluten Macht der VP in Feldkirch müsse zu Ende gehen. „Wir werden dieses alte schwarze System schachmatt setzen“, gibt sich Oberndorfer kämpferisch.

“ Wir wollen stärker werden und mindestens drei, vielleicht sogar vier Mandate erringen.“

Georg Oberndorfer, Bürgermeisterkandidat, Neos Feldkirch