Goldgräberstimmung am Schutzmasken-Markt

Politik / 03.02.2020 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Auch die Wolfurter Firma Haberkorn wird mit Anfragen überhäuft.

Wolfurt, Peking Langsam, aber sicher wird die medizinische Schutz­ausrüstung knapp. „Was China momentan dringend braucht, sind Atemmasken, Schutzanzüge und Schutzbrillen“, teilte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Montag mit. Demnach können chinesische Fabriken bei voller Auslastung nur rund 20 Millionen Atemmasken pro Tag produzieren. In vielen von ihnen läuft die Produktion nach den Neujahrsfest-Ferien aber gerade erst wieder an. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, versuchen die chinesischen Behörden daher händeringend, an zusätzliche Masken aus Europa, Japan oder den USA zu kommen. Auch die Firma Haberkorn aus Wolfurt wird derzeit mit Anfragen „von Gott und der Welt“ überhäuft. Bedienen kann der größte technische Händler Österreichs diese aber nicht. „Der Markt für Atemschutzmasken ist ausgemergelt“, berichtet Bernhard Bär, Sortimentsmanager für den Bereich Arbeitsschutz, auch aufgrund von Goldgräbern, die gerne alles aufkaufen würden. Am Markt in Europa gebe es noch Masken, da viele hier produziert werden. Das Angebot werde aber stark kontingentiert.

In erster Linie seien es europäische Firmen, die die Masken für ihre Werke in China benötigen. Teilweise würden die Vorstände von Milliarden-Konzernen sogar persönlich anrufen, aus Sorge, die Lieferkette nicht aufrechterhalten zu können. „Wenn die Grundausstattung nicht da ist, kommen die Arbeiter vielleicht nicht“, zeigt Bär auf. Die Ware nach China zu schicken, bezeichnet der Haberkorn-Sortimentsmanager angesichts des Riesenbedarf als einen Tropfen auf den heißen Stein. Und: „Wir probieren zu helfen, wo es geht, aber wir müssen extrem kämpfen, damit wir den Bedarf in Österreich decken können.“ Denn auch hierzulande könnten viele Firmen ohne Arbeitsschutz nicht produzieren. Alleine die Voestalpine benötigt laut Bär rund fünf Millionen Masken pro Jahr. VN-ger