Kleiner Bundesstaat mit großer Signalwirkung

Politik / 03.02.2020 • 22:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer von den demokratischen Kandidaten fordert Trump heraus? Iowa markierte den Beginn einer ganzen Serie von Vorwahlen.  AP
Wer von den demokratischen Kandidaten fordert Trump heraus? Iowa markierte den Beginn einer ganzen Serie von Vorwahlen.  AP

Auftakt in Iowa für US-Vorwahlen. Hochspannung bei Demokraten.

des moines In dem kleinen Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen der USA stand am Montagabend (19.00 Uhr Ortszeit, Dienstag 2.00 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit) die erste Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen an. Bei Parteiversammlungen, verteilt über den ganzen Staat, haben Demokraten und Republikaner darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Das Prozedere bei diesen „Caucus“-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel. Aktuelle Ergebnisse sind heute auf VN.at zu finden.

Trump ohne Konkurrenz

Bei den Republikanern tritt der Amtsinhaber, US-Präsident Donald Trump, in dem parteiinternen Rennen ohne ernst zu nehmende Konkurrenz an. Bei den Demokraten gibt es dagegen ein großes Bewerberfeld. Insgesamt waren es 28 Anwärter, 17 sind bereits ausgestiegen, elf sind noch übrig. Auf nationaler Ebene liegt in Umfragen seit langem – in wechselnden Konstellationen – ein Führungstrio vorne: der moderate Ex-US-Vizepräsident Joe Biden sowie die beiden linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren. In Umfragen in Iowa hatte Biden über lange Strecken auch den ersten Platz inne. Zuletzt zog aber Sanders an ihm vorbei und sicherte sich dort knapp die Favoritenrolle. Zwischenzeitlich führte auch einmal der 38 Jahre alte Ex-Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, die Umfragen in Iowa an.

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber absolvierten in Iowa bis zum Schluss Wahlkampfveranstaltungen im Akkord. Biden warnte bei seiner Abschlusskundgebung in Iowas Hauptstadt Des Moines am Sonntagabend (Ortszeit) vor weiteren vier Jahren Trump. Warren betonte, wer auch immer von den Demokraten nominiert werde: „Wir haben ein Ziel: Wir werden Donald Trump besiegen!“ Iowa ist mit seinen drei Millionen Einwohnern auf nationaler Ebene kein Schwergewicht. In dem kleinen Staat hat sich aber in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht.

New Hampshire folgt

Kurz nach Iowa steht am 11. Februar die nächste Vorwahl in New Hampshire an. Am 3. März folgt eine große Wegmarke: der „Super Tuesday“ mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Im Sommer küren Demokraten und Republikaner auf großen Parteitagen ihren jeweiligen Präsidentschaftskandidaten. Am 3. November steht dann schließlich die eigentliche Präsidentschaftswahl an.

Stichwort

Caucus

Das Prozedere bei der Vorwahl in Iowa ist kompliziert. Im dem US-Bundesstaat stimmen Mitglieder von Demokraten und Republikanern landesweit als erste darüber ab, wen sie als Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei sehen wollen. Die Entscheidung fällt nicht in Wahllokalen, sondern bei „Caucuses“ – aberhunderten kleinen Parteiversammlungen. An fast 1700 Orten finden solche Treffen statt – zum Teil in ganz kleiner Runde, etwa in Cafés, Schulen, Kirchen, Gemeindezentren, Sporthallen oder Büchereien. Die Abläufe bei Republikanern und Demokraten sind bei diesen Treffen unterschiedlich.