Gedenken an die Opfer von Oberwart

Politik / 04.02.2020 • 22:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Im Februar 1995 starben vier Angehörige der Volksgruppe der Roma beim folgenschwersten politisch motivierten Attentat in Österreich seit 1945. APA
Im Februar 1995 starben vier Angehörige der Volksgruppe der Roma beim folgenschwersten politisch motivierten Attentat in Österreich seit 1945. APA

Vor 25 Jahren kamen vier Menschen bei einem Anschlag ums Leben. Verantwortlich war Franz Fuchs.

oberwart In der Nacht auf den 5. Februar 1995, tötete eine Rohrbombe in Oberwart vier Angehörige der Volksgruppe der Roma. Die Männer wollten eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ entfernen, die der Bombenbauer Franz Fuchs als Sprengfalle vorbereitet hatte. Der Anschlag war das folgenschwerste politisch motivierte Attentat in Österreich seit 1945. Zum 25. Jahrestag am Dienstag wurde in Oberwart der Opfer gedacht. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) und die Leiterin in der Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt, Manuela Horwath, luden in der EMS Oberwart zu einer Gedenkfeier. Schon im Dezember 1993 hatte die Terrorserie von Fuchs ihren Ausgang genommen. Der Pfarrer August Janisch und ORF-Moderatorin Silvana Meixner wurden am 3. Dezember durch Briefbomben schwer verletzt. Zwei Tage später verstümmelte eine Briefbombe dem damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk die linke Hand. Im August 1994 verlor der Polizist Theo Kelz beide Unterarme, als in Klagenfurt eine von Fuchs deponierte Rohrbombe beim Abtransport explodierte. Bei dem in Oberwart verübten Attentat kamen Josef Simon, Peter Sarközi sowie die Brüder Karl Horvath und Erwin Horvath ums Leben.

Fuchs wurde erst 1997 gefasst. Als Gendarmen ihn in Gralla in der Steiermark kontrollieren wollten, löste er einen Sprengsatz aus, der ihm beide Hände zerfetzte. 1999 wurde Fuchs zu lebenslanger Haft und zur Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Er beging 2000 Selbstmord. Fuchs hatte 25 Briefbomben verschickt und zwei Rohrbomben deponiert.