Immer mehr unbesetzte Ärztekassenstellen

Politik / 05.02.2020 • 21:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Diese Steigerung betrifft vor allem Allgemeinmediziner. APA
Diese Steigerung betrifft vor allem Allgemeinmediziner. APA

wien Patienten müssen immer häufiger zu Wahlärzten ausweichen, weil die Zahl der unbesetzten Ärztekassenstellen weiter steigt – insbesondere jene der Allgemeinmediziner. Mit Jahresbeginn waren in Österreich 157 von den Krankenkassen ausgeschriebene Stellen für Ärzte nicht besetzt, das sind um 28 mehr als vor einem Jahr, geht aus Daten der Ärztekammer hervor. Diese Steigerung betrifft vor allem Allgemeinmediziner, wo die Zahl der unbesetzten Stellen von 68 um fast 40 Prozent auf 95 angewachsen ist. Bei den Fachärzten ist nur eine unbesetzte Stelle hinzugekommen, zum Jahreswechsel waren es 62. Unter den Fachärzten ist der Mangel bei jenen für Kinderheilkunde am größten. 26 der insgesamt 62 nicht besetzten Facharztstellen betreffen die Kinderheilkunde, 16 die Frauenheilkunde.

Angesichts der steigenden Zahl fordern die Neos, dass die Krankenkassen die Wahlarztkosten übernehmen, sollte es im Heimatbezirk der Patienten keine Vertragsärzte geben. „Wenn es die Kassen nicht schaffen, die Versorgung der Patientinnen und Patienten im niedergelassenen Bereich zu garantieren, müssen sie auch die Konsequenzen davon übernehmen“, sagte der Gesundheitssprecher der Neos im Nationalrat, Gerald Loacker. Schuld seien die Kassen selbst, da sie die Vertragsbedingungen für Kassenärzte restriktiv und unattraktiv hielten. Die Grünen lehnten den Vorschlag ab. Dies würde eine Zerschlagung und Privatisierung des Gesundheitssystems zur Folge haben, kritisierte der Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner. Ziel müsse es sein, mehr Mediziner und nicht-ärztliche Gesundheitsberufe in Kassenverträge zu bringen.