Virus setzte Reisegruppe fest

Politik / 07.02.2020 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nur wenige Stunden nach Untersuchung der Probe an der Universitätsklinik Innsbruck stand zur Erleichterung aller das negative Ergebnis fest. AFP
Nur wenige Stunden nach Untersuchung der Probe an der Universitätsklinik Innsbruck stand zur Erleichterung aller das negative Ergebnis fest. AFP

Auch bei zweitem Verdachtsfall auf Coronavirus-Infektion gab es Entwarnung.

bregenz Nur eine Woche nach dem ersten Verdachtsfall einer Coronavirus-Infektion tauchte in Vorarlberg ein zweiter auf. Ein 15-jähriger Jugendlicher, der mit einer internationalen Reisegruppe aus China zum Skifahren im Montafon weilt, hatte einschlägige Symptome gezeigt. Alle 25 Personen wurden bis zur Klärung des Sachverhalts im Hotel isoliert, erklärte Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Die Blut- und Abstrichproben wurden im Landeskrankenhaus Feldkirch genommen und zur Untersuchung an die Universitätsklinik nach Innsbruck geschickt. Bereits am Freitagabend konnte Entwarnung gegeben werden. Grabher hofft, dass spätestens ab übernächster Woche diese Tests im Fall des Falles auch im LKH Feldkirch möglich sind.

Unter Beobachtung

Der aus Schanghai stammende Jugendliche war den Informationen zufolge bereits vor einigen Tagen erkrankt. Er hatte Husten, Fieber und Halsschmerzen und war deshalb nicht mehr zum Skifahren mitgegangen. Stattdessen wurde ein Arzt konsultiert. „Da mittlerweile ganz China als Risikogebiet gilt, mussten die Symptome als Verdachtsfall behandelt werden“, erklärte Grabher. Der Arzt informierte die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL), die ihrerseits die Gesundheitsbehörde verständigte. Es gab die Anordnung einer Probenentnahme. Diese erfolgte im Landeskrankenhaus Feldkirch. Der Betroffene selbst konnte das Krankenhaus danach wieder verlassen und ins Hotel zurückkehren. Er und sechs weitere Personen, zwei Erwachsene und fünf Kinder, die direkt mit ihm in Kontakt waren, standen unter Beobachtung. Sie stammen ebenfalls aus Schanghai, die übrigen Mitreisenden haben verschiedene Nationalitäten.

Erlösende Nachricht

Da die Reisegruppe insgesamt 25 Personen umfasst, wurden weitere mögliche Kontaktpersonen sondiert. Es handelte sich laut Grabher um Vorarbeiten für den Fall, dass sich der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigen sollte. Auf behördliche Anweisung durfte niemand die Unterkunft verlassen. Andere Urlauber befanden sich nicht im Haus. Gestern, Freitag, um 17.30 Uhr, kam schließlich die erlösende Nachricht.

In Vorarlberg sind chinesische Touristen eher eine Minderheit. Im Dezember 2019 etwa wurden 229 Personen mit rund 900 Übernachtungen gezählt, im Tourismusjahr 2018 waren es 5869 Ankünfte und 12.570 Nächtigungen. Beim Großteil der Gäste handelt es sich laut Vorarlberg Tourismus um Geschäftsreisende. Vorarlberg Tourismus setze grundsätzlich auf den qualitätsorientierten, kosmopolitischen und kulturinteressierten Individualgast. VN-MM