Sanders und Buttigieg in der Favoritenrolle

Politik / 11.02.2020 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Buttigieg (links) und Sanders lagen in den Umfragen vorne. AFP
Buttigieg (links) und Sanders lagen in den Umfragen vorne. AFP

Bei den US-Demokraten lautet das Duell: Linke gegen Zentristen.

concord Der US-Vorwahlreigen geht in die nächste Runde. Bei den Republikanern muss Präsident Donald Trump keine ernsthafte parteiinterne Konkurrenz fürchten. Für die Demokraten ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur hingegen offen. Als Favorit bei der Vorwahl im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire galt am Dienstag der linke Senator Bernie Sanders. Dicht auf den Fersen lag ihm Umfragen zufolge der gemäßigte frühere Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg. Er war in der vergangenen Woche in der ersten Abstimmung in Iowa überraschend in Führung gegangen. Unter schwierigen Vorzeichen stand der Wahlkampf des moderaten ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden. Er warnte seine Anhänger bereits vor einem schlechten Abschneiden. Die letzten Wahllokale schlossen am Dienstag um 20 Uhr Ortszeit (zwei Uhr in der Nacht auf Mittwoch nach mitteleuropäischer Zeit). Erst danach war mit Ergebnissen zu rechnen. Aktuellste Trends sind auf VN.at nachzulesen.

Wenige Delegiertenstimmen

Bei den Vorwahlen in New Hampshire werden nur 24 Delegiertenstimmen vergeben. Um die Präsidentschaftskandidatur der Partei zu sichern, braucht ein Bewerber fast 2000 Stimmen. Genau wie zuvor in Iowa sei die Abstimmung in New Hampshire nicht repräsentativ, sondern eher ein psychologischer Trendsetter, sagt der Politologe und USA-Experte Heinz Gärtner. Biden sei längst kein Favorit mehr. Das habe sich schon in Iowa gezeigt. „Die in der Mitte stehenden Demokraten versuchen nun Buttigieg als Alternative aufzubauen.“ Sie wollten unbedingt Sanders verhindern.

Geht es aber um einen realistischen Gegenkandidaten gegen den republikanischen Amtsinhaber Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November, komme nach derzeitigem Stand nur der Senator aus Vermont in Frage, glaubt der Experte. Wahlen seien wegen der hohen Polarisierung der US-Gesellschaft nicht mehr ausschließlich in der Mitte zu gewinnen. „Trump wird wie schon 2016 einen Lagerwahlkampf führen. Sanders führt wiederum einen Lagerwahlkampf auf der linken Seite. Beide sind auf ihre Art und Weise populistisch.“

Die Demokraten würden jedenfalls ein weitaus gespalteneres Bild abgeben als die Republikaner, sagt Gärtner. „Trump hat die Republikaner nicht auseinanderdividiert. Ganz im Gegenteil.“ VN-RAM