Schweizer Parlament nimmt Abhöraffäre unter die Lupe

Politik / 13.02.2020 • 22:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

bern Wussten Schweizer Behörden über die Machenschaften der Geheimdienste BND und CIA, die über eine Schweizer Tarnfirma Jahrzehnte lang mehr als 100 Regierungen ausspionierten? Das Parlament in Bern will dem auf den Grund gehen, sagte der Abgeordnete Alfred Heer am Donnerstag. Er ist Präsident der Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments (GPDel), die die Tätigkeit von Staatsschutz und Nachrichtendiensten überwacht. Erste Anhörungen sollten noch im Februar stattfinden. Auch die Schweizer Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet. BND und CIA kauften in den 70er-Jahren die schweizerische Crypto AG, die zwischen 1970 und 1993 manipulierte Chiffriergeräte zur Verschlüsselung geheimer Kommunikation in alle Welt verkaufte. Die Besitzverhältnisse wurden über eine Stiftung in Liechtenstein verschleiert. Das brachten Recherchen von ZDF, der schweizerischen SRF und der „Washington Post“ ans Licht. Trotz Verschlüsselung konnten CIA und BND mitlesen. Zu den Kunden zählten rund 120 Länder, darunter auch Österreich.