Mit Maske zum Gottesdienst

Politik / 23.04.2020 • 19:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit Maske zum Gottesdienst
Ab 15. Mai finden in der Basilika in Rankweil öffentliche Gottesdienste mit maximal 20 Gläubigen statt, berichtet Pfarrer Walter Juen. VN/PAULITSCH

Messfeiern mit Einlasskontrolle und Besucherlimits ab 15. Mai.

Wien Weihwasser bleibt aus der Kirche verbannt. „Weil es ein Lieblingsbadeplatz für alle möglichen kleinen Tierchen ist”, sagt Kardinal Christoph Schönborn. Gerade in Zeiten des Coronavirus sei das gefährlich.“ Seit Mitte März gelten in den Kirchen strikte Regeln. Manche werden nun gelockert. Öffentliche Gottesdienste kehren ab dem 15. Mai unter gewissen Voraussetzungen wieder in den Kirchenalltag zurück: Dazu zählen Einlasskontrollen, Gesichtsmasken und Besucherlimits.

Künftig müssen pro Person 20 Quadratmeter des Gebetsraums zur Verfügung stehen. Im Feldkircher Dom, der im Normalfall 540 Sitzplätze bietet, werden somit zum Beispiel maximal 42 Personen gemeinsam beten können. Bis auf den Pfarrer müssen alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen.  Plexiglasscheiben seien in den Kirchen nicht angedacht. „In der großen Mehrzahl der Kirchen ist der Abstand zwischen Altar und den Sitzplätzen der Gläubigen so groß, dass es diese Maßnahmen nicht brauchen wird.“ Ordnungsdienste müssen sicherstellen, dass sich alle an die Regeln halten und das Besucherlimit nicht überschritten wird.

Die Hostie abholen

In Vorarlberg arbeitet die Diözesanleitung mit mehreren Priestern und Pastoralassistenten an konkreten Regeln für die Gottesdienste. Die Kirche stehe weiterhin für alle offen, betont Bischof Benno Elbs. Leider brauche es bei öffentlichen Gottesdiensten aber Beschränkungen. Die Alternative wäre, gar keine öffentlichen Gottesdienste abzuhalten. „Das ist keine Alternative.“

Ziel ist, dass es die Möglichkeit der Kommunion geben wird.

Bischof Benno Elbs

„Ziel ist, dass es die Möglichkeit der Kommunion geben wird“, fährt Elbs fort. Es gebe verschiedene Ideen dazu. Vielleicht lege man die Hostie ab und die Gläubigen holen sie. Der Mindestabstand zum Priester sei schließlich einzuhalten. Der Handschlag beim Friedensgruß wird ersetzt: „Vielleicht zeigt man ihn durch eine Verneigung“, denkt der Bischof nach.

Ganz verzichten müssen die Gläubigen auf den Beichtstuhl. Eine Form des Beichtens mit Abstand werde aber möglich sein. Die Seelsorgearbeit sei weiterhin aufrecht, erklärt Elbs. Er habe viel mit Menschen telefoniert, aber sich mit ihnen auch über Programme wie Zoom oder Microsoft Teams getroffen, bei Bedarf auch in der Kirche: „Wir sind zehn Meter auseinander gesessen und konnten reden.“

Die digitale Welt entdeckt

Die Krise hat die Kirche erfinderisch gemacht. Viele hätten andere Wege gesucht, ihren Glauben zu leben, etwa in der Hausliturgie, schildert Elbs. Gleichzeitig habe die Kirche ihren großen digitalen Spielraum entdeckt. „Es gab unzählige Livestreams von Gottesdiensten. Am Donnerstagabend hatte ich zum Beispiel gerade einen Talk mit Jugendlichen über Zoom.“ Österreichweit hätten vier Millionen Menschen die übertragenen Gottesdienste während der Osterwoche verfolgt.

Zwischen fünf und 60

Am 13. März einigte sich die Bundesregierung mit den Glaubensgemeinschaften, auf öffentliche Gottesdienste zu verzichten. Zwei Tage später hat die Pfarre Rankweil ihren Gottesdienst bereits auf Youtube übertragen, berichtet Pfarrer Walter Juen. „Wir haben versucht unser Programm so gut es geht über die sozialen Medien abzudecken, also auch über Instagram und Facebook. Wir haben Rundbriefe und E-Mails geschickt. Mit den Firmlingen und Erstkommunikanten sind wir über Whats App in Kontakt.“

In der Josefkirche wird ab 15. Mai mit maximal 60 und in der Basilika mit maximal 20 Personen gefeiert. Die Gottesdienste werden weiterhin online übertragen, berichtet Juen. Ob auch in der kleinen Peterskirche eine Messe gefeiert wird, ist noch nicht entschieden. Die neuen Regeln würden dort maximal fünf Gläubige zulassen.

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Taufe, ERSTKOMMUNION</strong></strong>, Firmung, Hochzeit, Begräbnis

Für Hochzeiten im Freien und Begräbnisse ändert sich vorerst nichts, sagt Kultusministerin Susanne Raab. In beiden Fällen darf nur der engste Familienkreis zugegen sein. Bischof Benno Elbs berichtet, dass schon viele Brautpaare die Trauungen verschoben hätten, bei Taufen sei das ähnlich. Was die Erstkommunion und Firmungen betrifft, habe die Diözese den Pfarren empfohlen, einen neuen Termin im Herbst zu finden. Natürlich könne eine Pfarre, die nur drei Firmlinge hat, mit diesen und deren Paten feiern. „Aber zu einer Firmung gehört auch das Fest und das gemeinsame Feiern.“ Der Rankweiler Pfarrer Walter Juen vermutet, dass frühestens im September große Feierlichkeiten abgehalten werden.

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