„Der Westen darf im Zugverkehr nicht zu kurz kommen“

Politik / 29.05.2020 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Der Westen darf im Zugverkehr nicht zu kurz kommen“
Wie die VN berichteten, ist der Ausbau der Arlbergstrecke bereits im Entwurf des ÖBB-Rahmenplans enthalten. APA

ÖVP-Landtagsklub mahnt Umsetzung der Ausbaupläne am Arlberg ein. Neos halten Arbeiten an der Strecke Zürich bis München für dringender.

Wien Gerne wird die Arlbergstrecke auch als „Kaiser-Franz-Josef-Gedächtnisbahn“ bezeichnet. Zumindest hat Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne) den Begriff für diesen Streckenabschnitt geprägt. Gemeinsam mit seinem Regierungskollegen von der ÖVP, Marco Tittler, drängt er weiterhin auf einen Ausbau. Rückendeckung gab es am Freitag vom schwarzen Landtagsklub per Aussendung: „Wir unterstützen die Bemühungen, die ÖBB davon zu überzeugen, den Ausbau der Arlbergbahnstrecke bei den nächsten Investitionsentscheidungen nach vorne zu reihen.“ Der Westen dürfe nicht zu kurz kommen. Wie die VN berichteten, ist der Ausbau der Arlbergstrecke bereits im Entwurf des ÖBB-Rahmenplans enthalten. Die politische Entscheidung darüber steht noch aus. Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) erklärte im VN-Interview bereits, dass es Bemühungen gebe, die Zugverbindung zu beschleunigen. „Das geht sowohl über die Arlbergstrecke als auch über Deutschland.“

München und Zürich als Priorität?

Neos-Abgeordneten Gerald Loacker hält den Ausbau einer leistungsstarken Verbindung in den Großraum München und Zürich für viel dringender, als jenen der Arlbergbahnstrecke. Das Exportvolumen aus Vorarlberg nach Bayern und Baden-Württemberg sei vier Mal und das in die Schweiz doppelt so hoch als jenes in Richtung Tirol. „Ein Ausbau der Achse Zürich-Bregenz-München kostet natürlich Geld. Aber der zusätzliche Ausbau einer technisch schwierigen Bergstrecke wird immer um Vieles teurer sein, als eine Strecke auf dem Land“, sagt Loacker: „Wenn beides finanzierbar ist, bin ich gerne dafür.“

Eine bessere Anbindung an den Großraum München und Zürich berge große Chancen, ist der Neos-Mandatar überzeugt: „Beide Städte sind in Bezug auf Wirtschaft, Universitäten, Kultur und Flugverbindungen von großer Bedeutung für das Ländle. Die Anbindung ist auch eine Frage der wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeit unseres Bundeslandes.“ Sie eröffne neue berufliche Möglichkeiten und lasse die Regionen nähe aneinanderrücken. Den Güterverkehr könnte man über diesen Weg noch besser auf Schiene verlagern.

Gewisse Baumaßnahmen auf der Strecke laufen bereits. Ab Ende 2021 soll die Fahrzeit von Zürich nach München nur noch 3,5 statt der vormals über vier Stunden betragen.

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