Darum kann der Sommerurlaub am Meer heuer doch noch stattfinden

Politik / 11.06.2020 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Darum kann der Sommerurlaub am Meer heuer doch noch stattfinden
Noch geht es an den italienischen Stränden eher ruhig zu. AFP

Österreich beendet bald Einreisebeschränkungen zu 31 Ländern, auch Italien ist dabei.

wien Die Grenzen öffnen sich ein Stück weiter. Ab 16. Juni sind die wegen Covid19 eingeführten österreichischen Einreisebeschränkungen für insgesamt 31 europäische Länder Geschichte. Das gaben Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch nach dem Ministerrat bekannt. Auflagen bei der Einreise aus diesen Staaten wie ein verpflichtender negativer Coronatest oder eine 14-tägige Quarantäne werden dann nicht mehr nötig sein. Ausgenommen von den Grenzöffnungen bleiben Schweden, Spanien, Portugal und Großbritannien. Was Spanien angeht, sollen die strengen Einreisebeschränkungen ab 1. Juli fallen. Das Land hatte angekündigt, seine Grenzen bis Ende Juni geschlossen zu halten

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Schallenberg erklärte: „Heute stoßen wir ein großes Fenster auf in Richtung Normalität.“ Gleichzeitig appellierte der Außenminister an den Hausverstand der Urlauber. Die Frage, ob die anderen Länder bei ihren Einreisebestimmungen gleich vorgehen werden wie Österreich, beantwortete der Ressortchef mit „Jein“. Es handle sich um nationale Entscheidungen. Die meisten europäischen Staaten planen aber ähnliche Schritte.

„Genießen wir den Sommer, aber mit Verantwortung“, betonte auch Anschober. Mindestabstand und Hygieneregeln müssten eingehalten werden. Dann sei es auch nicht entscheidend, ob man im Salzkammergut, in Caorle oder in Berlin urlaube. Die Bundesregierung will die Lage alle 14 Tage auf Basis aktueller wissenschaftlicher Daten überprüfen.

Klaus Herburger, Fachgruppenobmann der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Vorarlberg zeigte sich über die Ankündigungen erfreut. „Jede Grenzöffnung macht den Reisebüros wieder Mut.“ Nun sei wichtig, dass die Urlauber ihre bereits gebuchten Reisen auch wirklich antreten. Der Unternehmer ist überzeugt: „In Ländern wie Griechenland und Italien wird es diesen Sommer sensationell werden.” In den Hotels und an den Stränden seien viel weniger Leute zu erwarten. „Es muss nun unbedingt zu weiteren Grenzöffnungen kommen. Aber Europa ist ein erster Schritt.“

Es muss zu weiteren Grenzöffnungen kommen. Aber Europa ist ein erster Schritt.

Klaus Herburger, Fachgruppenobmann der Reisebüros in der WKV

Öffnung der EU-Außengrenzen

Was den Einreisestopp in die Europäische Union aus Drittstaaten angeht, will die EU-Kommission am Freitag einen Vorschlag präsentieren. Die Öffnung soll ab 1. Juli in Schritten erfolgen. Wie der Außenbeauftragte Josep Borrell, ankündigte, sollen die Mitlgiedsstaaten zunächst die Grenzkontrollen innerhalb Europas bis Ende Juni aufheben. Die Außengrenzen kämen als nächstes dran.

Es folgt ein Überblick über die drei beliebten Urlaubsländer Italien, Griechenland und Kroatien und welche Regeln österreichische Urlauber dort beachten müssen.

Italien

Seit 3. Juni sind die italienischen Grenzen für Bürger aus den anderen EU-Staaten, sowie weiteren Ländern wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz wieder offen.Italien war zunächst besonders stark von der Coronakrise betroffen. Die Infektionszahlen sind aber im ganzen Land stark zurückgegangen. Die höchsten Fälle weist nach wie vor die nördliche Lombardei auf. Für die Region gilt noch eine partielle Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums. Dabei handelt es sich um die dringende Empfehlung, das Gebiet nicht aufzusuchen, aber nicht um ein Verbot.

Griechenland

Ab 15. Juni dürfen Reisende aus 29 Staaten, darunter auch aus Österreich, ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen. Ab 1. Juli überprüft die Regierung in Athen die Lage neu, dann könnten weitere Länder dazukommen. Bis zu diesem Datum soll es Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben, dann werden die Regionalflughäfen geöffnet. Nach der Landung finde an den Airports stichprobenartig eine Coronakontrolle statt, kündigte die Regierung an. Im Gegensatz zu Italien oder Spanien ist die Pandemie in Griechenland deutlich glimpflicher verlaufen.

Kroatien

Das bei österreichischen Urlaubern sehr beliebte Kroatien mit seiner langen Küste und vielen Inseln hat bereits Ende Mai alle Einreisebeschränkungen für Österreicher und Personen aus neun weiteren EU-Ländern aufgehoben. Sie müssen an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie man sie erreichen kann. Falls es in ihrer Umgebung neue Coronainfektionen gibt, sollen die Touristen so leichter gefunden werden. Schon vor der Einreise können Urlauber ein Formular auf der Website entercroatia.mup.hr ausfüllen. So ersparen sie sich Wartezeiten.

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