Lech: Zentrumsbau hält Landespolitik auf Trab

Politik / 19.08.2020 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lech: Zentrumsbau hält Landespolitik auf Trab
Das in Bau befindliche Gemeindezentrum Lech dürfte noch länger für Debatten in Land und Gemeinde sorgen.  VN/‘STEURER

Pläne für Einkaufszentrum im neuen Gemeindezentrum Thema von Anfrage der Neos.

Bregenz, Lech „Neos sorgen für Transparenz: Fakten zur Planung Einkaufszentrum Lech.“ So lautete der Titel einer Anfrage des Abgeordneten Garry Thür (Neos) an Landessrat Marco Tittler (VP). Ins Rollen kam die Debatte in Lech, als bekannt wurde, dass es offenbar Pläne dafür gibt, den Kaufhausriesen KaDeWe mit Immobilientycoon Rene Benko mit ins Boot zu holen und ihm im neuen Gemeindezentrum Verkaufsflächen zu vermieten. Die Rede war von einer Gesamtverkaufsfläche von 2500 Quadratmetern, die im neuen Zentrum entstehen soll.

Kein Antrag aus Lech beim Land

Handelstreibende im Tourismuseldorado übergaben daraufhin Bürgermeister Ludwig Muxel ein Protestschreiben. Jetzt liegt die Beantwortung der Anfrage von Tittler vor. Laut Tittler liegt kein offizieller Antrag der Gemeinde Lech auf Erlassung eines Landesraumplans für ein Einkaufszentrum (EKZ) bei der Landesregierung. Die derzeitigen Gesamtverkaufsflächen in Lech beziffert Tittler in seiner Beantwortung mit „maximal 2760,50 Quadratmetern“. Die Berechnungsbasis von Bürgermeister Muxel, der von 16.400 Quadratmetern sprach, ist für ihn offenbar nur schwer nachvollziehbar: „Hierzu liegen keine Informationen vor“, heißt es in der Anfragebeantwortung an die Neos. Das Land wolle ungeachtet dessen, dass noch kein Antrag aus Lech vorliege, mit einer bereits in Auftrag gegebenen Studie in Sachen Kaufkraft Grundlagen schaffen. Und zwar sowohl für die Gemeinde als auch für das Land.

Keine Förderungen vom Land

Die Analyse, deren Kosten Tittler mit 13.200 Euro beziffert, befinde sich in Ausarbeitung. Ein Ergebnis der „Regionalwirtschaftlichen Wirkungsanalyse und Expertise zu den geplanten Handelsflächen im neuen Gemeindezentrum in Lech“ werde voraussichtlich im Herbst vorliegen, schreibt Tittler. Das Land sei weder finanziell an der Errichtung des Zentrums beteiligt, noch habe es der Gemeinde Förderungen zugesagt, betont Tittler. „Eine konkrete Förderzusage kann und wird nur auf Basis endgültiger Projektunterlagen gegeben. Für den Betrieb des Zentrums gibt es keine Förderung.“

„Die große Aufregung in Lech ist freilich auch dem Gemeindewahlkampf geschuldet.“

Marco Tittler, Wirtschaftslandesrat, VP

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