Peter Schröder

Kommentar

Peter Schröder

Erfreuliches

Politik / 12.10.2020 • 09:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Pünktlich zum Kommentarschreiben hat unsere fast zwölfjährige Enkelin Elsie aus Corte Madera in der Nähe San Francisco per dringender Smartphone-Message angefragt: “Kannst Du den Lesern diesmal nicht etwas richtig Erfreuliches mitteilen?” Darauf habe ich ihr und ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Hailey versprochen, dass sie und andere Menschen nach dem fast einjährigen Pandemie- und Trump-Eskapaden-Bombardement etwas anderes zu lesen bekommen.

Tatsächlich gibt es viel Schönes und Gutes zu melden: Etwa die Verleihung des Friedensnobelpreises für die Welthungerhilfe der Vereinten Nationen, die Jahr für Jahr mehr Menschenleben rettet als das Coronavirus dahinrafft. Erfreulich auch, dass Greta, die schwedische Umweltschutzkämpferin und “Fridays-for-Future”-Ikone, ganz oben auf der Favoritenliste für den Nobelpreis stand. Und dass Donald Trump, der US-Aussteiger aus dem Pariser Umweltabkommen, ihn wider eigenes Erwarten auch diesmal nicht bekommen hat.

Nachdem allein in den USA schon 215.000 Menschen nach Corona-Infizierung gestorben sind, folgen auch immer mehr Amerikaner nicht länger dem Negativvorbild ihres Präsidenten, sondern dem von Experten und tragen Schutzmasken. Umfragen zufolge ist der Anteil der Maskenträger im Land von vorher rund 40 Prozent auf 60 Prozent gestiegen. Das sind immer noch weniger als in vielen anderen Ländern der Welt, aber jedenfalls ein Fortschritt.

Als hoffnungsvoll stufen auch sehr viele Menschen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern der Welt  ein, dass die Wiederwahlchancen von US-Präsident Trump in letzter Zeit sehr gesunken sind. Letzten Umfragen zufolge wollen 55 Prozent der Wahlberechtigten in drei Wochen den liberalen Trump-Widersacher Joseph Biden und lediglich 39 Prozent den Coronaleugner und Umweltpolitik-Widersacher Trump wählen.

Herzerwärmend und nichts als positiv ist auch die Bereitschaft unzähliger Menschen überall auf der Welt, akute Nöte zu lindern: Hilfsorganisationen werden mit Geld- und Nahrungsmittelspenden überschüttet. Spontane Nachbarschaftshilfen entstanden aus dem Nichts. Regierungen startete aufwendige Unterstützungen für in Not Geratene. Und aufatmend kann die Welt zur Kenntnis nehmen, dass die Krieg führenden Parteien in Berg-Karabach im Südkaukasus einen Waffenstillstand vereinbarten, der ein vorläufiges Ende des Sterbens von Zivilisten und Soldaten verspricht.

Das alles mag nicht nur Enkelinnen zeigen, dass bei allen Widerwärtigkeiten und Heimsuchungen auf der Welt auch Hoffnungsvolles zu vermelden ist. Verbunden mit der Hoffnung auf noch mehr Erfreuliches in der Zukunft.

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