Millionenerbe für neue Lecher Gemeindevertreter

Politik / 14.10.2020 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Millionenerbe für neue Lecher Gemeindevertreter
Der Bau des neuen Gemeindezentrums inmitten von Lech läuft auf Hochtouren. GEMEINDE, HASSLER

Die Errichtung eines neuen Zentrums dürfte die Lecher Mandatare wohl noch lange auf Trab halten.

Lech Rund 38 Millionen Euro sollen in einen Gemeindezentrumsbau in Lech am Arlberg fließen. Derzeit läuft die Umsetzung der zweiten Bauphase auf Hochtouren, viele Millionen sind bereits in Beton gegossen und verbaut. Das Großprojekt hat jedenfalls nicht nur für heftige Debatten gesorgt. Auch kommunalpolitisch blieb in Lech kein Stein auf dem anderen. Nachdem bekannt wurde, dass sich der Immobilientycoon Rene Benko mit dem KaDeWe für Verkaufsflächen interessiert, gingen Handelstreibende auf die Barrikaden und legten im laufenden Gemeindewahlkampf Protest bei Langzeitbürgermeister Ludwig Muxel ein.

Hat Rene Benko seine Pläne verworfen?

Dass Muxel mit Benko zumindest Gespräche geführt hatte, lieferte neuen Zündstoff für den Wahlkampf. Schlussendlich unterlag Ludwig Muxel nach 27 Jahren an der Spitze seinem Herausforderer Stefan Jochum, der über Jahre hinweg als seine rechte Hand fungiert hatte, in der Bürgermeisterstichwahl. Stichwort Benko: In Lech verdichten sich Gerüchte, wonach Benko seine Pläne für Verkaufsflächen im neuen Zentrum verworfen haben soll. Auf den designierten neuen Bürgermeister Jochum wartet jedenfalls ein großes Arbeitspensum. Im Vorfeld einer Wintersaison im Zeichen von Corona gilt es gewichtige Entscheidungen zu treffen. Dafür gilt es jetzt, nachdem statt einer nun vier Listen mit 18 Gemeindevertretern mitmischen, Mehrheiten zu finden. Was den Zentrumsbau betrifft, will Jochum nach der Fertigstellung der laufenden, zweiten Bauphase eine Informationsphase einlegen. “Wir müssen uns fragen, was beim Gemeindezentrum an Arbeiten fix vergeben ist, und ob wir die anfallenden Kosten noch abzahlen können”, sagt Jochum im VN-Gespräch und verweist auf möglicherweise ins Haus stehende Einbußen an Steuereinnahmen.

Pandemie sorgt für große Ungewissheit

Derzeit sei die Unsicherheit bei Touristen und Hoteliers groß. “Es trudeln Stornos herein, die Ungewissheit, was uns der Winter bringen wird, ist jedenfalls groß”, warnt Jochum, der gemeinsam mit seinem Vorgänger Ludwig Muxel am kommenden Freitag, 16. Oktober, in den örtlichen Sportpark zur konstituierenden Sitzung lädt. Angelobt wird Jochum am darauffolgenden Samstag in der Bezirksbehörde Bludenz. Welche der vier Listen den Vizebürgermeister stellen wird, steht derzeit nicht fest.

„Nach Abschluss der jetzigen Bauphase werden wir die Leistbarkeit hinterfragen müssen.“

Stefan Jochum, designierter Bürgermister

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.