ÖBB-Millionen für Vorarlberg: Erster Ausbau der Arlbergstrecke

Politik / 18.10.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
ÖBB-Millionen für Vorarlberg: Erster Ausbau der Arlbergstrecke
Der ÖBB-Rahmenplan sieht bis 2026 Investitionen von 427 Millionen Euro in Vorarlberg vor. ÖBB

ÖBB-Rahmenplan sieht bis 2026 Investitionen von 427 Millionen Euro in Vorarlberg vor.

Wien Eine sehr freudige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) stand am Freitag neben einem besonders glücklichen ÖBB-Chef Andreas Matthä. Denn es wird investiert wie noch nie. 17,5 Milliarden Euro fließen laut ÖBB-Rahmenplan von 2021 bis 2026 in den Ausbau von Bahnhöfen, Bahnstrecken, Lärmschutzwänden und Großprojekte wie Brennerbasis- und Koralmtunnel. Für die Schieneninfrastruktur in Vorarlberg gibt es davon 427 Millionen Euro. “Das ist ein Meilenstein”, sagt Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne). 

Bahnhöfe in Bregenz

Als neues Projekt ist im Rahmenplan der Umbau der Haltestelle Bregenz Hafen zu finden, inklusive Inbetriebnahme im Jahr 2025. Der Ausbau des Bregenzer Hauptbahnhofs soll 2021 starten. Ob es dabei bleibt? “Wir gehen davon aus”, sagt Rauch. “Es gibt einen unterschriebenen Vertrag von Stadt, Land, Bund und ÖBB. Dieser könnte nur im Einvernehmen aller Vertragspartner aufgelöst werden.” 

Arlbergstrecke

Ebenso geplant ist ein Teilausbau der Arlbergstrecke. Ab 2026 soll die Bludenzer Ausfahrt zweigleisig sein, erklärt ÖBB-Chef Matthä: “Derzeit kommt es hier zu einer Kreuzungssituation von zwei Railjets, einer Richtung Westen, einer Richtung Osten. Wenn nur einer der beiden Verspätung hat, überträgt sich das auf den anderen, weil dieser warten muss. Das können wir mit dem Ausbau beseitigen und den Fahrplan stabilisieren.” Außerdem sind Arbeiten auf der Strecke Wald am Arlberg bis Dalaas geplant. “Es geht um die Beseitigung der langsamen Fahrpassage”, erklärt Rauch. Die Zeitersparnis liege dann im Minutenbereich. “Das ist aber sicher nicht das Ende der Fahnenstage.”

Weiterer Bahnhofsausbau

Auch der Bahnhof in Götzis wird von den ÖBB als Schwerpunkt genannt. “Baubeginn ist 2024”, sagt Rauch. Bis zu zweieinhalb Jahre werde gebaut. Das dritte Gleis solle dabei noch mitgeplant werden. Die Machbarkeits- und Trassensicherungsstudie von Land und ÖBB laufe bereits. Weitere Bahnhofsumbauten: unter anderem Altach, Nenzing, Klaus und Wolfurt. Mehr Geld gibt es auch für Barrierefreiheit Park&Ride sowie Bike&Ride.

Das Geld für FL.A.CH

161 Millionen Euro sind für das S-Bahn-Projekt FL.A.CH reserviert. Die Liechtensteiner Bevölkerung hat sich aber dagegen ausgesprochen. “Wir sehen uns gerade an, was das heißt”, sagt Gewessler. Matthä ergänzt: “Es wird evaluiert, aber nicht aufgegeben.” Die versprochene Summe für FL.A.CH werde nicht in einem schwarzen Loch in Wien verschwinden, meint Rauch. “Wir prüfen, ob wir den Ausbau der Haltestellen Altenstadt und Tisis vorziehen. Ein Teil wird in die Bestandserhaltung gehen.”

Und die Talent-3-Züge?

Wie lange die Talent-3-Züge noch auf sich warten lassen, bleibt offen. Das Zulassungsverfahren laufe, erklärt Gewessler. Matthä hofft auf eine baldige Lieferung.

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