Trump und Biden im Wahlkampffinale

Politik / 01.11.2020 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trump machte Stimmung gegen die Briefwahl. AFP
Trump machte Stimmung gegen die Briefwahl. AFP

Hochspannung vor US-Präsidentschaftswahl am Dienstag.

washington In den letzten Zügen des US-Wahlkampfs sind Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden in die Schlussoffensive gegangen – gegenseitige Angriffe inklusive. Biden versuchte vor der Abstimmung am Dienstag mit dem Obama-Faktor zu punkten: Er trat am Wochenende zwei Mal mit dem früheren Präsidenten im besonders umkämpften Bundesstaat Michigan auf. Trump sprach vier Mal vor Anhängern in Pennsylvania, einem anderen wichtigen „Swing State“. Dort stand am Sonntag auf ein Auftritt Bidens auf dem Programm, für Trump ging es weiter nach Iowa, North Carolina und Michigan.

Biden in Umfragen vorne

Der republikanische Amtsinhaber liegt in Umfragen sowohl landesweit als auch in mehreren potenziell entscheidenden Bundesstaaten hinter Biden. Seine Wiederwahl ist dennoch keineswegs ausgeschlossen, zumal aufgrund des Wahlsystems auch der Kandidat mit den meisten Stimmen unterliegen kann. Mehr als 90 Millionen Amerikaner haben bereits die Möglichkeit genutzt, vor dem offiziellen Wahltermin am 3. November per Brief oder in vorab geöffneten Wahllokalen abzustimmen.

Biden versuchte in Flint in Michigan, den Verdruss vieler Landsleute über die vergangenen vier Jahre mit Trump für sich zu nutzen. „Wir sind fertig mit dem Chaos, den Tweets, der Wut, dem Hass, dem Versagen, der Weigerung, jegliche Verantwortung zu übernehmen.“ Amerikaner wegen ihres Geschlechts, ihrer Ethnie oder Herkunft gegeneinander aufzubringen sei falsch, sagte Biden bei seinem anderen Auftritt in Detroit. „Um Gottes willen, bitte wählt!“ Am Dienstag gehe es um alles, sagte Ex-Präsident Barack Obama, dessen Stellvertreter Biden bis 2017 gewesen war. „Ihr könnt Wandel wählen.“ Trump stimmte seine Anhänger darauf ein, dass sie möglicherweise mehrere Wochen auf ein Wahlergebnis warten müssten. Er machte damit auch seinem Ärger darüber Luft, dass seine Republikaner eine Fristverlängerung bei der Briefwahl in Pennsylvania nicht mit juristischen Mitteln verhindern konnten. Zum Wahlausgang sagte Trump in Newton: „Der 3. November wird kommen und gehen und wir werden es nicht wissen. Und ihr werdet chaotisches Durcheinander in unserem Land haben.“ Bei der Stimmenauszählung könnten „sehr schlimme Dinge“ und etwas „Gefährliches“ passieren, warnte er. Der Präsident macht seit Monaten Stimmung gegen die Briefwahl, die erfahrungsgemäß mehr demokratische Wähler zur Stimmabgabe nutzen. Trump behauptet, es gebe Betrugspotenzial bei der Briefwahl. Belege hat er nicht vorgelegt.

Biden appellierte an die Menschen, ihre Stimme abzugeben. AP
Biden appellierte an die Menschen, ihre Stimme abzugeben. AP

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