US-Wahl: Trump und Biden ringen weiter um Swing States

Politik / 04.11.2020 • 03:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden haben sich bei der US-Präsidentschaftswahl ein knappes Rennen um die Swing States geliefert. Nachdem die Wahllokale bereits in einer Mehrzahl der Bundesstaaten geschlossen hatten, gab es weiterhin keine Vorentscheidung. Biden und Trump erhielten ihre jeweiligen Hochburgen zugesprochen. Während Trump vor einem Sieg in Florida stand, führte Biden in Ohio und North Carolina.

Trump führte in Florida (29 Wahlmänner) mit 51 zu 48 Prozent der Stimmen, nachdem bereits 93 Prozent der Stimmen ausgezählt wurden. In Ohio (18) war Biden mit 52,3 zu 46,4 Prozent (Auszählungsstand 55 Prozent) vorne, in North Carolina (15) mit 51 zu 47,9 Prozent (Auszählungsstand 77 Prozent). Alle drei Staaten hatte Trump vor vier Jahren gewonnen, ebenso wie auch die republikanische Hochburg Texas, wo Biden nach Auszählung von zwei Drittel der Stimmen knapp mit 49,6 zu 49 Prozent führte. Beobachter gingen aber davon aus, dass der Amtsinhaber den Rückstand durch die Auszählung von Urnenstimmen wettmachen könnte.

In den wichtigen Staaten des Rostgürtels, die Trump vor vier Jahren gewonnen hatte, waren erst wenige Stimmen ausgezählt. Nach Auszählung von jeweils nur einem Sechstel der Stimmen führte Biden in Pennsylvania, während Trump in Michigan vorne lag. Aus Wisconsin lagen noch keine Ergebnisse vor. Mit Siegen in diesen drei Staaten hatte Trump vor vier Jahren die Basis für seinen Sieg gelegt.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP hielt Biden bei 119 Wahlmännern aus zehn Staaten (Illinois, Virginia, Maryland, Delaware, New Jersey, Connecticut, Massachusetts, Vermont, New York, New Mexico), Trump bei 94 Wahlmännern aus 15 Staaten (Oklahoma, Arkansas, Mississippi, Alabama, Tennessee, Kentucky, West Virginia, South Carolina, Wyoming, South Dakota, North Dakota, Nebraska, Louisiana, Alabama und Indiana). Damit waren beide Kandidaten noch weit von den erforderlichen 270 Wahlmännern für einen Sieg entfernt.

In den Umfragen liegt Biden klar vorne, doch ist es wegen der hohen Anzahl von Briefwahlstimmen unklar, ob der Sieger bereits in der Wahlnacht feststehen wird. Angesichts der Corona-Pandemie mit über 231.000 Toten in den USA gaben in den vergangenen Wochen allerdings fast 100 Millionen Früh- und Briefwähler ihre Stimme bereits ab – oder knapp drei Viertel aller Wähler, die 2016 teilnahmen.

Noch ist aber unklar, wie Trump bei einem knappen Ergebnis am Wahltag reagieren wird. Im Vorfeld der Wahl hatte er immer wieder die Briefwahl verteufelt und offen gelassen, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird. Trump signalisierte, dass seine Anwälte bereits in Stellung sind. Fragen, ob er einen friedlichen Machtwechsel unterstützen würde, ließ er offen.

Die Präsidentenwahl findet indirekt statt. Für den Sieg sind mindestens 270 Wahlmännerstimmen erforderlich, die auf Basis der Ergebnisse in den 50 Staaten und dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C. vergeben werden. Der stärkste Kandidat bekommt dabei alle Stimmen des jeweiligen Staates. Gewählt werden auch alle 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatoren. Bisher hatten die Demokraten 235 Sitze im Repräsentantenhaus, die Republikaner 199. Die Demokraten hoffen nun, die republikanische Mehrheit von 53 Senatoren zu brechen und damit das gesamte Parlament unter ihre Kontrolle zu bringen.

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