Rücktritt Thacis nach Kriegsverbrechen-Anklage

Politik / 05.11.2020 • 22:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Ich werde nicht als Präsident vor Gericht erscheinen“, erklärte Thaci bei der Pressekonferenz in Prishtina. AP
„Ich werde nicht als Präsident vor Gericht erscheinen“, erklärte Thaci bei der Pressekonferenz in Prishtina. AP

Kosovos Präsident zieht sich von Staatsspitze zurück.

prishtina Der kosovarische Präsident Hashim Thaci ist nach der Bestätigung der Kriegsverbrechen-Anklage gegen ihn  zurückgetreten. „Ich werde nicht als Präsident vor Gericht erscheinen. Um die Integrität des Staates zu schützen, trete ich heute zurück“, erklärte er am Donnerstag. Das Kosovo-Sondertribunal in Den Haag habe die vorläufige Anklage gegen ihn bestätigt. Thaci war während des Unabhängigkeitskrieges 1998-1999 Oberkommandierender der kosovo-albanischen Untergrund-Armee UCK gewesen. Kurz zuvor hatte auch der Vorsitzende der Präsidentenpartei PDK, Kadri Veseli, bekanntgegeben, dass die Anklage gegen ihn bestätigt wurde. Die vorläufige Anklage vom Juni legte den Politikern schwere Verbrechen in zehn Punkten zur Last, darunter Mord, Verfolgung und Folter. Hunderte Kosovo-Albaner, Serben, Roma und Angehörige anderer ethnischer Gruppen sowie politische Gegner gehörten der Anklage zufolge zu ihren Opfern.

Das Gericht gehört formal zur Justiz des Kosovos. Es war auf internationalen Druck aber in Den Haag eingerichtet worden, um die von der kosovo-albanischen Seite begangenen Verbrechen während des Unabhängigkeitskrieges des Kosovos 1998-1999 strafrechtlich zu verfolgen.

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