Ende des Albtraums

Politik / 08.11.2020 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Millionen von Menschen tanzen auf Amerikas Straßen. Sie feiern das Ende eines vier Jahre langen Albtraums: Donald J. Trump, der faschistoide, inhumane, psychopathische, sexistische, rassistische, fremdenfeindliche, sowie Menschen verachtende, buchstäblich über Leichen gehende Pöbel-Covidiot und 45. Präsident der Vereinigten Staaten, ist abgewählt.

Die für den 20. Jänner nächsten Jahres terminisierte Amtsübernahme des Demokraten Joseph Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris verspricht die langsame Rückkehr der von Trump tief gespaltenen US-Nation in die Wertegemeinschaft der freien und wirklich demokratischen Völker der Welt. Auf diesem Weg wird die künftige Biden-Regierung unendlich viele Widerstände überwinden müssen. Denn der Trumpismus ist nicht tot. Nahezu die Hälfte der amerikanischen Wähler entschieden sich für den demokratische Grundregeln autoritär mit Füßen tretenden Amtsinhaber und damit für einen Präsidenten in einem Land mit inzwischen 240.000 Toten in einer Pandemie, deren Gefahren er aus purem Eigennutz zum Machterhalt wider besseres Wissen verharmloste und Hilfsmaßnahmen verhinderte, sodass mehrere Zehntausend Menschen einen vermeidbaren Tod sterben mussten.

Aber vieles kann und einiges wird sich mit einem Präsidenten Biden zum Besseren wenden: Die vierjährige Lügen-Orgie wird beendet. Die auf Geheiß von Trump ihren Asyl suchenden Eltern entrissenen und in Käfigen eingesperrten Säuglinge und Kleinkinder werden befreit und die Suche nach ihren weggejagten Müttern und Vätern verstärkt. Es wird auch eine grundsätzliche Polizeireform mit der Ächtung und Verfolgung von rassistischen Brutal- und Mord-Ordnungshütern“ geben. Genauso wie Maßnahmen gegen Rassismus und alle anderen Formen von Intoleranz, zur Bekämpfung von Hunger und Armut im reichsten Land der Erde, und mehr soziale Gerechtigkeit, bessere Bildungsmöglichkeiten für Zu-kurz-Gekommene und für eine qualitative Verbesserung des Umweltschutzes.

Das werden die ersten Schritte im Inneren des Landes sein, die letztlich zur langsamen Überwindung der ideologischen Spaltung der US-Gesellschaft führen werden. Nach außen wird die Biden-Administration den Trump-Flirt mit autoritären Regimen beenden, und auch die Eiszeit Amerikas mit den traditionellen Freunden und Partnern, sowie den US-Isolationismus mit seiner blindwütigen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik des „Amerika über alles“.

Das sind notwendige und begrüßenswerte Schritte zur Aussöhnung der verfeindeten Lager der US-Gesellschaft. Und gleichzeitig ein Weckruf für ausländische Politiker und Regime, die das Vorgehen Trumps ihrerseits als Lizenz zum Raubbau an Demokratie und Menschenrechten missbrauchen. Sie alle sollten sich an die Mahnung eines Präsidenten namens Michail Gorbatschow erinnern: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Wie jetzt Donald J. Trump.

„Vieles kann und einiges wird sich mit einem Präsidenten Biden zum Besseren wenden.“

Peter W. Schroeder

berichtet aus Washington, redaktion@vn.at

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